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Der Norden Landtag: Bloß nicht UKW abschalten!
Nachrichten Der Norden Landtag: Bloß nicht UKW abschalten!
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00:19 27.06.2019
Ein Radio mit Digitalempfang haben längst nicht alle Hörer – und nur 6 Prozent schalten DAB+ ein. Niedersachsens Landtag sieht die Entwicklung kritisch. Quelle: Jan Woitas/dpa
Hannover

Digital über DAB+, analog über UKW oder doch lieber gleich über das schnelle Internet? In Niedersachsen ist ein Streit um die Zukunft des Radios ausgebrochen. Eigentlich soll die klassische UKW-Übertragung in wenigen Jahren abgeschaltet werden – dagegen hat sich nun der Landtag in seltener Einmütigkeit ausgesprochen. Die Politiker wollen UKW beibehalten und setzen zudem auf die Übertragung über das Internet. Den Umstieg auf DAB+ lehnen die Fraktionen wegen hoher Kosten ab.

Ausstieg aus teuren Doppelstrukturen?

Niedersachsens FDP-Chef Stefan Birkner hat das Thema auf die Tagesordnung gesetzt. Die Umstellung auf DAB+ ist teuer und wird über die wenig beliebten Rundfunkgebühren finanziert. „Da sind schon mehrere Hundert Millionen Euro investiert worden, aber wir fragen uns gerade mit Blick auf die niedersächsische Radiolandschaft, ob es nicht sinnvoll ist, um- beziehungsweise auszusteigen“, sagt Birkner.

Tatsächlich steigt die Zahl derjenigen, die ein Radiogerät gekauft haben, das DAB+ empfangen kann. Aber die Zahl der UKW-Hörer ist nach wie vor sehr groß. Die uralte UKW-Welle ist laut dem jüngsten Digitalisierungsbericht der Medienanstalten für 69 Prozent der Hörer noch immer die häufigste Empfangsart. Nur knapp 6 Prozent schalten DAB+ ein. 10 Prozent der Hörer benutzen dagegen das Smartphone. „Diese Zahlen können wir nicht ignorieren“, meint auch Axel Saipa, Generalsekretär der SPD.

Norwegen hat schon abgeschaltet

Der Grüne Christian Meyer weist darauf hin, dass die Norweger den UKW-Kanal schon abgestellt haben – woraufhin die Nutzerzahlen rapide zurückgegangen seien. Man sollte das Geld, das durch Rundfunkgebühren derzeit für die DAB+ Umrüstung abgezweigt wird, lieber für lokalen Bürgerrundfunk ausgeben, empfiehlt Meyer.

Clemens Lammerskitten von der CDU argumentiert, dass das Internetradio sich ohnehin durchsetzen werde, wenn erst der schnelle 5G-Mobilfunk Standard in der Datenübertragung ist.

„Da reden auch noch andere mit!“

Die Folgen des einstimmigen Landtagsbeschlusses sind noch unklar. Rundfunk ist Ländersache, aber es entscheiden fünfzehn weitere Länder, 14 Landesmedienanstalten und die Bundesnetzagentur mit. Dennoch begrüßt Andreas Fischer, Chef der Landesmedienanstalt, den Landtagsbeschluss. Der Chef der Staatskanzlei, Jörg Mielke sagt: „Was nicht geschehen darf ist, dass man die UKW-Frequenz abschaltet, um DAB+ durchzusetzen.“ Man werde den niedersächsischen Standpunkt im Rahmen der Ministerpräsidentenkonferenz ansprechen.

Der Landtag hat mit seinem Beschluss die Argumente der privaten Radiosender aufgegriffen. Denn die Finanzierung der Umrüstung über die Rundfunkgebühren, von denen die Privaten nichts haben, könnte zu einer Wettbewerbsverzerrung führen. Harald Gehrung, Geschäftsführer von ffn, begrüßt daher den Vorstoß. Die Fokussierung auf „online audio“ sei zukunftsweisend „angesichts der rasanten Verbreitung von Smart Speakern“. Steffen Müller, Geschäftsführer von Radio 21, weist auf die immensen Kosten der Umrüstung hin. So erhielten die ARD-Anstalten zwischen 2017 bis 2025 rund 600 Millionen Euro aus Rundfunkbeiträgen, während die Privaten ihre Kosten aus UKW-Erlösen finanzieren müssten. „Echtes digitales Radio mit unmittelbarer Aktivität“ biete DAB+ ohnehin nicht, sagt Kai Fischer, Chef von Antenne Niedersachsen.

So empfangen Sie Radiosender – weltweit

DAB steht für„Digital Audio Broadcasting“, also die digitale Verbreitung von Audiosignalen über Antenne. Das „+“ steht für die Übertragung in bester Tonqualität, die zudem Platz lässt für Zusatzinformationen auf dem Bildschirm des Radiogeräts.

Die meisten Digitalradios mit DAB+ können auch weiterhin UKW-Signale empfangen. UKW steht für Ultrakurzwelle und umfasst im Hörfunk den Frequenzbereich zwischen 87,5 und 108 Megaherz. Dieser Übertragungsweg soll in absehbarer Zeit abgeschaltet werden, da UKW viel Energie verbraucht und daher teuer ist.

Auch über das Internetkönnen Radioprogramme empfangen werden – weltweit. Dafür benötigt man Radiogeräte, die über WLAN oder Kabel mit dem Internet verbunden sind. Auf dem Smartphone ermöglichen Apps den Empfang, etwa Radio.de, ein Unternehmen der Madsack Mediengruppe. Auch die Internetseite von radio.de erlaubt den Empfang von 30.000 Radiosendern über das Browserfenster.

Von Michael B. Berger

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