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Der Norden Stephan Weil: Verschärfungen der Coronaregeln kommen – aber auch Lockerungen
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Stephan Weil zu neuen Corona-Regeln in Niedersachsen

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15:25 07.12.2021
Am Dienstagvormittag gibt Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) eine Regierungserklärung zu den neuen Corona-Regeln in Niedersachsen ab.
Am Dienstagvormittag gibt Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) eine Regierungserklärung zu den neuen Corona-Regeln in Niedersachsen ab. Quelle: Andre Germar/imago images
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Hannover

Noch in dieser Woche kommen voraussichtlich verschärfte Coronaregeln auf die Menschen in Niedersachsen zu. Wer nicht gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-Infektion genesen ist, soll von Sonnabend an in vielen Geschäften keinen Zutritt mehr erhalten. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) kündigte die geplanten Änderungen am Dienstag in einer Regierungserklärung im Landtag an. Laut Informationen aus der Staatskanzlei soll eine Anpassung der Coronaverordnung in dieser Woche geschehen, am Sonnabend sollen die Neuerungen dann in Kraft treten.

Live aus dem Landtag:

So soll die Zuschauerzahl bei Veranstaltungen sinken - und das von Sonnabend an. Je nach Corona-Warnstufe sollen laut Staatskanzlei bei Veranstaltungen im Außenbereich maximal 10.000 Menschen erlaubt sein, im Innenbereich sollen es maximal 5000 sein. Wer nicht gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-Infektion genesen ist, soll sich nach Plänen der Landesregierung von Sonnabend an mit weniger Menschen treffen dürfen: ein Haushalt plus maximal zwei weitere Personen aus einem anderen Haushalt. Kinder unter 14 Jahre zählen nicht mit.

Neue Regeln für Veranstaltungen und Dienstleistungen geplant

Messen, Weihnachtsmärkte und Diskotheken in Niedersachsen sollen in der Warnstufe drei – beziehungsweise in regionalen Hotspots – schließen müssen. Diese Warnstufe gilt bei besonders hohen Infektionszahlen und orientiert sich vor allem an folgendem Stufenplan der Landesregierung:

Verschärfungen der Coronaregeln kommen – aber auch Lockerungen

Bei der bereits geltenden 2G-plus-Regel soll es nach Plänen der Landesregierung allerdings Erleichterungen geben. Gastronomen oder körpernahe Dienstleistungen wie etwa Friseure sollen die Möglichkeit erhalten, auf die zusätzlichen Tests zu verzichten. Gastwirte könnten auf die zusätzlichen Tests für Geimpfte und Genesene verzichten, wenn sie nur 70 Prozent ihrer Kapazitäten ausnutzten. Weil appellierte an die Niedersachsen, von sich aus auf viele Kontakte zu verzichten, auch wenn alle „die Nase voll hätten“. Aber Extremsituationen wie in Ostdeutschland und im Süden seien den Niedersachsen erspart geblieben, sagte der Ministerpräsident.

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„Ein Gebot des Anstandes gegenüber den Menschen auf den Intensivstationen“

Weil richtete noch einmal einen dringenden Appell an alle diejenigen, die sich bisher noch nicht haben impfen lassen – immerhin jeder fünfte in Niedersachsen. „Vor allem auf den Intensivstationen kämpfen jetzt schon bald zwei Jahre Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger um das Leben ihrer Patientinnen und Patienten. Sie stehen unter einem ungeheuren Druck und sehen immer noch kein Ende“, sagte Weil in einer Regierungserklärung zur Coronalage. Die Mediziner hätten es „weit, weit überwiegend mit Erkrankten zu tun, die sich nicht haben impfen lassen“, sagte Weil. „Und wenn sonst schon kein Argument die Köpfe und Herzen von Impfgegnern erreicht –ist es nicht ein Gebot des Anstandes gegenüber den Menschen auf den Intensivstationen, sich spätestens jetzt impfen zu lassen?“

Weil sagte, er finde es richtig, wenn für die Ungeimpften jetzt eine Reihe von einschränkenden Maßnahmen beschlossen worden seien. „Sie haben es selbst in der Hand, dass die Schranken wieder wegfallen.“ Allerdings nähmen auch die Geimpften am Infektionsgeschehen teil. „Das ist keine Kritik an dem Impfstoff, sondern, wenn man sich die Größe der Zahl der Geimpften anschaut, auch ein echter Erfolg“, fügte Weil hinzu.

Aber auch die Impfung böte eben keinen totalen Schutz, auch wenn bereits geimpfte Erkrankte einen wesentlich ungefährlicheren Krankheitsverlauf hätten. Aber die Zahlen seien nun mal so. „Etwa zehn Prozent der Infektionen finden durch Geimpfte statt.“ Deshalb müsse man auch für Geimpfte Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, das sei der Grundgedanke von 2G-plus.

Von Michael B. Berger