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Der Norden CDU und SPD loben Minister Lies – FDP kritisiert Versäumnisse
Nachrichten Der Norden CDU und SPD loben Minister Lies – FDP kritisiert Versäumnisse
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00:18 18.02.2019
Bis zum 28. Februar darf der Problemwolf aus Rodenwald – hier ein unproblematischer Artgenosse aus dem Wisentgehege – geschossen werden. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) hat seit gestern juristische Rückendeckung für den Abschuss des Problemwolfs GW717m. Nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichts Oldenburg, das einen Eilantrag von Tierschützern ablehnte, ließ der Minister am Freitag aber offen, wann und wie der Leitrüde des Rodewalder Wolfsrudels aus der freien Wildbahn genommen werden soll.

Die Freude über das Urteil des Verwaltungsgerichts, das eine Ausnahmegenehmigung für den sonst streng geschützten Wolf zuließ, war aber vernehmbar. „Das Gericht hat die Rechtmäßigkeit der Ausnahmegenehmigung bestätigt und ist unserer Argumentation vollumfänglich gefolgt“, sagte Lies. Es sei gut, dass man jetzt durch den Gerichtsbeschluss Klarheit habe.

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Naturschützer können noch Beschwerde einlegen

Allerdings hat der in Oldenburg unterlegene Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. noch Gelegenheit, beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg Beschwerde einzulegen. Ob der Minister die noch abwartet oder sofort handelt, ließ er am Freitag offen. Zu weiteren Vollzugsmaßnahmen im laufenden Verfahren mache man keine Angaben, ließ Lies erklären. Die jetzt gerichtlich bestätigte Ausnahmegenehmigung läuft noch knapp zwei Wochen – bis zum 28. Februar. Sie gilt für den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), der das ausführende Organ ist, und kann noch verlängert werden.

GW717m hat 40 Nutztiere gerissen

Von den Regierungsparteien wurde Lies für seine Entscheidung gelobt, den Rodewalder Rüden abschießen zu lassen, der laut Ministerium mehr als 40 Nutztiere getötet hat. „Die Zahl der Nutztierrisse hat in der Region deutlich zugenommen und ein Ausmaß erreicht, das nicht länger hingenommen werden kann“, erklärten die beiden stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Marcus Bosse (SPD) und Martin Bäumer (CDU). „Die Weidetierhalter im ländlichen Raum erwarten zu Recht, dass der Staat bei Problemwölfen handlungsfähig ist“, meinte Bäumer. Bosse hofft, dass der auffällige Wolf nun möglichst schnell abgeschossen wird, damit er nicht weiteren Schaden anrichtet.

FDP lobt und kritisiert

Das hofft auch der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion, Jörg Bode. Dem Lob für den Minister schob er jedoch eine deutliche Kritik hinterher. So habe Lies vor einem Jahr angekündigt, die Wölfe zur Ortung mit einem Sender zu versehen. Jedoch sei nichts geschehen – ein Versagen des Ministers. Holger Buschmann, Vorsitzender des Naturschutzbundes, wollte sich zu dem Urteil noch nicht äußern, da man die Begründung noch nicht kenne. Den Abschuss von wirklich problematischen Wölfen lehne der Nabu grundsätzlich nicht ab.

Von Michael B. Berger

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