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Der Norden „Staatsterroristenfaschisten“ – Unbekannte sprühen Graffitis vor de-Maizière-Besuch
Nachrichten Der Norden „Staatsterroristenfaschisten“ – Unbekannte sprühen Graffitis vor de-Maizière-Besuch
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18:12 26.11.2019
Stencil am Alten Rathaus Quelle: R
Göttingen

Die Proteste gegen den CDU-Politiker und Ex-Bundesminister Thomas de Maizière ebben nicht ab. Am Montag waren in der Innenstadt zunächst Plakate aufgetaucht, die zur Sabotage der Lesung aufrufen. Nach einer vom Göttinger Bundestagsabgeordneten Jürgen Trittin (Grüne) am Montagabend veranstalteten Podiumsdiskussion im Jungen Theater haben Unbekannte mehrere Gebäude im Innenstadtbereich mit Graffiti besprüht – darunter das Junge Theater am Wall und das Alte Rathaus.

Die mit „Ob grün, ob braun“ überschriebenen Schablonensprühereien zeigen die Konterfeis der beiden Bundespolitiker. „Meinungsmache: Ist die Freiheit rechter Hetzer und faschistischer Propaganda. Faschismus ist keine Meinung, sondern Mord! Berufsbetätigungs- und Sprechverbote für Staatsterroristenfaschisten!“, heißt es.

Podiumsdiskussion mit Jürgen Trittin im JT. Quelle: R / Kreuzer

„Das hat mit politischer Auseinandersetzung nichts mehr zu tun. Hier radikalisiert sich wahnhaft nur die Dummheit, nicht das Argument“, kommentierte Trittin die Sprühereien. Für das Junge Theater sei die Diskreditierung der beiden Bundestagsabgeordneten „inhaltlich überhaupt nicht nachvollziehbar, heißt es in einer Stellungnahme des Theaters. Argumente, sie als Faschisten zu beschimpfen, gebe es nicht.

Der ehemalige Bundesminister Thomas de Maizière (CDU) nach der Blockade seiner Lesung aus seinem aktuellen Buch „Regieren“ in Göttingen. Quelle: dpa

„Wir als offener Kulturbetrieb Junges Theater Göttinger werden durch diese Behauptungen materiell und inhaltlich beschmutzt. Das Graffiti behauptet unterschwellig, dass wir als Kulturbetrieb vermeintlichen Faschisten eine Bühne geben. Und es suggeriert uns, dass wir nicht jeden auf unserer Bühne sprechen lassen dürfen, den wir für geeignet halten. Auch dagegen verwehren wir uns“, heißt es weiter.

Das JT verstehe sich als politische und demokratische Institution, in der man frei und offen und ohne Angst seine Meinung sagen und zur Diskussion stellen dürfe. Dieses demokratische Recht lasse sich das JT von niemandem absprechen und sich in der Auswahl von Veranstaltungen und Rednern nicht einschüchtern. „Wir solidarisieren uns auch eindeutig mit dem Literaturherbst.“ Die Behauptungen des Graffitis verdeckten und nivellierten „die eigentlichen faschistischen und rechtextremen Umtriebe“ in der Region Göttingen und im Bundestag. „Schlimmer: Sie liefern sogar noch Argumente für die Gegner von weltoffener, antifaschistischer und freiheitlicher Politik“, argumentiert das JT.

„Ich finde es erschreckend, dass Kulturbetriebe, zu deren Kernaufgabe es gehört, politische Diskurse zu provozieren, plötzlich wegen ihrer Arbeit direkt oder indirekt eingeschränkt, beschmutzt oder bevormundet werden. Auch lassen wir uns in der Auswahl des Programmes gedanklich nicht einschränken“, sagte JT-Intendant Nico Dietrich.

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Von Michael Brakemeier

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