Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Der Norden Silvesterparty mit 18 Personen aufgelöst, 21-Jähriger nach Explosion in Lebensgefahr
Nachrichten Der Norden

Oldenburg: Polizei löst Silvesterparty mit 18 Personen auf

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:12 01.01.2021
Die Polizei musste in Oldenburg eine Silvesterparty auflösen.(Symbolbild) Quelle: Monika Skolimowska
Anzeige
Hannover/Bremen

In den meisten niedersächsischen Städten verlief die Silvesternacht für die Rettungskräfte sehr ruhig. Verletzte und Brände durch Pyrotechnik wurden kaum gemeldet. Allerdings gab es teilweise deutliche Verstöße gegen die Corona-Auflagen.

Bei einem Einsatz in Oldenburg hat die Polizei eine Silvesterparty aufgelöst, auf der 18 meist junge Menschen ohne Abstand und Maske feierten. Die Einsatzkräfte mussten die Wohnungstür zwangsweise öffnen, weil niemand auf Klopfen und Klingeln reagierte, wie ein Sprecher am Neujahrsmorgen mitteilte. Die Partygäste im Alter zwischen 18 und 25 Jahren zeigten sich uneinsichtig. Gegen sie wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Insgesamt allerdings verlief der Start in das neue Jahr 2021 in der Stadt „erheblich ruhiger als in den vergangenen Jahren“, wie der Polizeisprecher sagte.

Anzeige

Schwerer Unfall mit selbstgefertigten Böllern

Drei Männer sind bei einer Explosion in der Silvesternacht in einem Wohngebäude in Hilter im Landkreis Osnabrück verletzt worden - einer von ihnen schwebt in Lebensgefahr. Die 20, 21 und 26 Jahre alten Männer hatten nach ersten Erkenntnissen mit Chemikalien hantiert, um einen Knallkörper herzustellen, teilte die Polizei am Freitagmorgen mit. Dabei kam es im Obergeschoss einer Doppelhaushälfte zu der Explosion.

Dem 21-Jährigen wurden Teile von Gliedmaßen abgetrennt. Er schwebt in Lebensgefahr. Der 26-Jährige wurde durch den Unfall schwer und der 20-Jährige leicht verletzt. Alle wurden in Krankenhäuser gebracht.

Darüber hinaus mussten die Beamten eine private Feier mit 12 Teilnehmern verschiedener Haushalte auflösen. Alle Personen, im Alter zwischen 16 und 19 Jahren, erhielten Platzverweise und Ordnungswidrigkeitenanzeigen.

Mehr Einsätze als im Vorjahr in Bremen

Deutlich arbeitsreicher war die Nacht für die Polizei in Bremen. Wie ein Polizeisprecher am Morgen sagte, wurden viele Verstöße gegen die Corona-Verordnung geahndet. Immer wieder hätten sich Menschengruppen nicht an die Abstandsregeln gehalten. Mehr als 300 Mal rückten die Beamten in der Nacht aus, sagte ein Polizeisprecher. Ein Jahr zuvor seien es rund 280 Einsätze in der Silvesternacht gewesen.

Viele Menschen hätten sich in diesem Jahr nicht an das Verbot gehalten: In der ganzen Stadt sei Feuerwerk zu hören gewesen, so der Sprecher. Rund 250 Böller und Raketen und mehr als ein dutzend Waffen und Schreckschusswaffen seien beschlagnahmt worden.

Ein Baby wurde von einer Rakete leicht verletzt. Außerdem wurden nach Angaben der Polizei mehrere Feuerwehrleute, die gerade den Brand einer Mülltonne löschen wollten, von Unbekannten mit Feuerwerkskörpern beworfen. Die Einsatzkräfte blieben unverletzt. Bei einem Brand von zwei Autos entstand laut Polizeiangaben ein Schaden von rund 40 000 Euro.

In der Grafschaft Bentheim wird die Ausgangssperre missachtet

70 Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung hat die Polizei in der Silvesternacht in der Grafschaft Bentheim registriert. In dem Landkreis an der niederländischen Grenze dürfen Häuser und Grundstücke zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr nur noch aus beruflichen oder medizinischen Gründen verlassen werden - die Grafschaft ist der einzige Kreis in Niedersachsen, der aktuell derart scharfe Regeln hat, weil die Corona-Werte höher als im Durchschnitt sind.

Grundsätzlich hätten sich Spaziergänger und Autofahrer in der Silvesternacht einsichtig gezeigt, wenn sie auf ihre Verstöße angesprochen wurden. Ermittlungsverfahren wurden dennoch eingeleitet. Die Ausgangsbeschränkung gilt noch bis zum 12. Januar.

Von RND/dpa