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Der Norden Großteil der Ladung vom havarierten Containerfrachter geborgen
Nachrichten Der Norden Großteil der Ladung vom havarierten Containerfrachter geborgen
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18:06 20.05.2019
Im Sturm über Bord gegangen: Bergungsschiffe heben Container der „MSC Zoe“ aus der Nordsee. Quelle: Peter Dejong/AP/dpa
Den Haag/Emden

Knapp fünf Monate nach der Havarie des Riesenfrachters „MSC Zoe“ in der stürmischen Nordsee ist ein großer Teil der verlorenen Container und Ladungsteile inzwischen geborgen. Das teilten die zuständigen Behörden in Deutschland und den Niederlanden am Montag mit. Im niederländischen Teil der Nordsee, wo die meisten der 342 über Bord gegangenen Container geortet wurden, seien 85 Prozent der lokalisierten Wrackstücke aus dem Wasser geholt worden, erklärte die nationale Straßen- und Wasserbaubehörde in Den Haag. Auch auf deutscher Seite sind die Arbeiten vorangeschritten. „Ein Großteil der Bergungsarbeiten ist erledigt“, sagte Günther Rohe, der stellvertretende Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Emden.

Ursache der Havarie steht noch nicht fest

Auf der Fahrt von Portugal nach Bremerhaven hatte die „MSC Zoe“, eines der weltgrößten Containerschiffe, am 2. Januar vor den niederländischen Wattenmeerinseln und vor der Insel Borkum die vielen Container verloren. Die Ursache steht noch nicht fest.

Niederländische Wissenschaftler fürchten, dass ein Teil der Ladung noch lange Zeit im Meer treiben und möglicherweise noch Jahre später angeschwemmt wird, wie der Rundfunksender NOS am Montag berichtete. Je nach Material und Gewicht landeten Ladungsteile nicht auf dem Meeresboden, sondern würden von der Strömung kilometerweit mitgetrieben.

Ladung der „MSC Zoe“ treibt im Meer

Die Problematik der im Meer treibenden Ladungsreste beschäftigt auch die Behörden beider Länder. Die Niederlande beraten gerade mit der Reederei über den Einsatz von Fischerbooten, die mit ihren Netzen weitere Reste vom Meeresboden an die Oberfläche holen sollen, hieß es in der Mitteilung. Auch werde die Regelung aufrecht erhalten, dass Fischer vergütet werden, wenn sie Ladungsreste an Land bringen, der bei ihren regulären Fahrten im Netz landet.

Mögliche negative Auswirkungen insbesondere von Mikroplastik auf die Meeresfauna untersucht die niederländische Universität Wageningen in staatlichem Auftrag. Fischer sollen den Forschern im nächsten Jahr rund 9000 Fische aus dem Teil der Nordsee zur Verfügung stellen, der auf Plastikreste und insbesondere die etwa einen halben Millimeter großen Mikroplastikteile untersucht wird. Auch tote Vögel, Enten und Seehunde landen bei den Forschern. Was die „MSC Zoe“ genau geladen hatte, unterliege teilweise dem Betriebsgeheimnis der Reederei – und der Hersteller der transportierten Waren und könne nicht öffentlich genannt werden, erklärte die niederländische Wasserbehörde.

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Von RND/lni