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Der Norden Spargelbauern ziehen überwiegend positive Bilanz
Nachrichten Der Norden Spargelbauern ziehen überwiegend positive Bilanz
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09:35 20.06.2020
Das sonnige Wetter tat dem Spargel gut - doch dann kamen Corona und die Gastronomie-Pause. Quelle: Roland Weihrauch/dpa/Symbolbild
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Sandhatten

Die niedersächsischen Spargelanbauer sind trotz vieler Schwierigkeiten wegen der Corona-Pandemie überwiegend zufrieden mit der nun zu Ende gehenden Saison. „Unsere Branche gehört nicht zu den Verlierern“, sagte der Vorstandssprecher der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer, Fred Eickhorst, in Sandhatten. Schwer hätten es allerdings solche Betriebe gehabt, die vor allem die Gastronomie als Hauptabnehmer ihres Gemüses besäßen. Gaststätten und Restaurants waren von Mitte März bis Anfang Mai geschlossen. Der Verkauf im Direktvertrieb und auch im Lebensmittelhandel sei hingegen sehr gut verlaufen. Die Verbraucher hätten verstärkt regionale Produkte gekauft.

Hohe private Nachfrage

Auch Michael Koch von der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) in Bonn verzeichnete eine höhere private Nachfrage, die die Ausfälle wegen des weggebrochenen Gastro-Geschäfts zu einem guten Teil kompensiert hätten. „Für viele Betriebe ist es besser gelaufen als am Anfang gedacht.“ Die gute Nachfrage habe zum Schluss auch für im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Endverbraucherpreise gesorgt: Mit einem Durchschnittspreis von 7,77 Euro pro Kilo weißen Spargel sei das Edelgemüse in der vergangenen Woche fast sechs Prozent teurer gewesen als im Jahr 2019.

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Die private Nachfrage nach Spargel stieg an. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Vereinzelt Insolvenzen

Es habe auch vereinzelt Insolvenzen gegeben, sagte Eickhorst. Er verwies unter anderem auf die finanziell hohen Vorleistungen, die die Betriebe dieses Jahr erbringen mussten: Sie mussten die Erntehelfer einfliegen und zusätzlich Wohncontainer bereitstellen, um die Hygiene-Auflagen zu erzielen. „Ein Flugzeug zu chartern kostete 45 000 Euro, um 150 Leute hierherzukriegen.“

Anwerbung von Erntehelfern immer schwieriger

Auch ohne Corona sei die Anwerbung von Erntehelfern in den vergangenen Jahren immer schwerer geworden; das sei aus seiner Sicht auch das größte Problem für die Betriebe in Zukunft, sagte Eickhorst. Positiv sei aber das gestiegene Interesse der Verbraucher für regional hergestellte Produkte. Auch der Hilfe vieler Menschen aus Deutschland bei der Spargelernte habe aus seiner Sicht die Wertschätzung für das Produkt gesteigert. „Sie haben gemerkt, wie mühsam und anstrengend es ist, den Spargel zu stechen und haben auch Respekt vor der Arbeit.“

Von dpa/lni

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