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Der Norden Niedersachsen: Große Parteien schrumpfen – kleinere wachsen
Nachrichten Der Norden Niedersachsen: Große Parteien schrumpfen – kleinere wachsen
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09:03 05.01.2020
Während die Grünen, die FDP und die AfD steigende Mitgliederzahlen in Niedersachsen verzeichnen, setzt sich der Mitgliederschwund bei SPD und CDU in Niedersachsen fort. Quelle: Michael Kappeler/dpa
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Hannover

Die kleineren Parteien wachsen, die großen schrumpfen: Während die Grünen, die FDP und die AfD steigende Mitgliederzahlen in Niedersachsen verzeichnen, hat sich der Mitgliederschwund bei SPD und CDU im Jahr 2019 fortgesetzt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Parteien.

Vor allem die Grünen haben seit der Europawahl viele neue Mitstreiter gewonnen. Im Mai begrüßten sie ihr 7777. Mitglied, Mitte Dezember lag die Mitgliederzahl bereits bei 9144. Das entspricht einem Plus von 17,6 Prozent binnen eines halben Jahres - und passt zum Bundestrend. Deutschlandweit traten in der ersten Jahreshälfte 2019 rund 10.000 Menschen den Grünen bei. Von Ende 2017 bis Sommer 2019 stieg ihre Mitgliederzahl von 65.000 auf 85.000.

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Über 2800 AfD-Mitglieder in Niedersachsen

Auch die FDP verzeichnet seit 2016 wieder steigende Mitgliederzahlen in Niedersachsen. Mitte Dezember hatte die Partei 6071 Mitglieder, zum Jahresende 2016 waren es noch 5289 Mitglieder.

Die AfD kommt in Niedersachsen auf 2827 Mitglieder. „Seit der neue Vorstand um Dana Guth im Amt ist (April 2018), wuchs die Mitgliederzahl um 14 Prozent“, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Der Partei liegt den Angaben zufolge außerdem eine dreistellige Zahl an Aufnahmeanträgen vor.

Verluste bei SPD und Union vor allem durch Todesfälle

Umgekehrt ist der Trend hingegen bei den Volksparteien CDU und SPD. Ende November hatte die SPD in Niedersachsen 54.701 Mitglieder und damit rund 2000 weniger als zum Jahreswechsel 2018 (56.697). Zur Jahreswende 1999 waren in Niedersachsen sogar noch 94.896 Menschen Mitglied bei der SPD, wie ein Parteisprecher sagte. Weniger Mitglieder als derzeit hatte die SPD demnach seit 1999 nicht. Der Rückgang ging laut Partei vor allem auf den Tod von Mitgliedern zurück. Austritte machten einen deutlich kleineren Anteil aus.

Auch die Mitgliederzahl des Koalitionspartners CDU ging zurück. Mitte Dezember waren dort rund 57.000 Menschen registriert. Ende 2018 waren es 58.464 und Ende 2017 sogar noch 60 432 Mitglieder, wie ein Sprecher mitteilte.

Bundesweit haben SPD und CDU dennoch weiterhin einen großen Vorsprung vor der Konkurrenz: Die SPD zählt rund 426.000 Mitglieder, die CDU kam zuletzt auf etwa 415.000. Allerdings wird die Zugehörigkeit zu einer Partei insgesamt seltener. So haben die etablierten Parteien dem Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer zufolge seit der Wiedervereinigung fast die Hälfte ihrer Mitglieder verloren. Vor allem die Linke verlor demnach im Vergleich zur Vorgängerpartei PDS. Zuwächse hatten nur die Grünen und die 2013 gegründete AfD, wie aus Niedermayers Auswertung von Sommer 2019 hervorgeht.

Von RND/lni