Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Der Norden Falsche Wasserwerker erbeuten landesweit Geld und Schmuck
Nachrichten Der Norden Falsche Wasserwerker erbeuten landesweit Geld und Schmuck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:12 28.07.2019
Sie wollen nur die Wasseruhr ablesen oder die Hauptleitung überprüfen – und erleichtern die Betroffenen dabei um ihr Erspartes: In Niedersachsen sind in diesem Jahr viele falsche Wasserwerker unterwegs. Quelle: Ralf Hirschberger
Göttingen

Wasserwerker werden nicht schlecht bezahlt. Bei den Stadtwerken Göttingen etwa verdienen sie nach Angaben einer Sprecherin zwischen 3500 und 4500 Euro im Monat. Verglichen mit dem, was falsche Wasserwerker erbeuten können, ist dies allerdings wenig. Die angeblichen Fachleute bringen es bisweilen auf fünfstellige Einkünfte – in der Stunde. Wohl auch deshalb sind seit Monaten falsche Wasserwerker in Niedersachsen auf Beutezug.

Dabei bringen die Täter vor allem ältere Menschen um teils hohe Beträge. Zuletzt waren angebliche Wasserwerker unter anderem in Wolfsburg sowie in Lauenstein (Kreis Hameln-Pyrmont) aktiv, wo sie einem 84 und 87 Jahre alten Ehepaar Schmuck und Bargeld im Wert von 10 000 Euro abnahmen. In Göttingen machten die Täter nach Angaben der Polizei in der vergangenen Woche zweimal binnen weniger Tage sogar Beute im Wert von jeweils rund 30.000 Euro.

Landesweit schon Dutzende Fälle

Landesweit gab es seit Jahresbeginn Dutzende derartige Taten. Die Polizei Oldenburg sucht mit Hilfe einer Öffentlichkeitsfahndung nach zwei mutmaßlichen Tätern. Beim Landeskriminalamt werde die Betrugsmasche nicht separat erfasst, sagte ein Sprecher. Unabhängig davon könne man aber von einer hohen Dunkelziffer ausgehen, weil längst nicht alle Fälle angezeigt würden.

Einer der beiden Tatverdächtigen, den die Polizei Delmenhorst sucht. Quelle: Polizei Delmenhorst

Die Masche der falschen Wasserwerker: Freundliche Männer im Blaumann klingeln vorzugsweise bei älteren Menschen und behaupten, in der Nachbarschaft habe es bei Bauarbeiten einen Wasserrohrbruch gegeben. Deshalb müssten nun im Haus die Wasserleitungen überprüft werden. Dazu sollen die Bewohner dann im Keller, im Badezimmer oder in der Küche ihre Wasserhähne wahlweise auf- oder zudrehen.

Bemerken die Opfer den Diebstahl, sind die Täter längst weg

In der Zeit können die Täter unbeobachtet in den Wohnräumen nach Geld, Schmuck oder anderen Wertgegenständen suchen. In anderen Fällen behaupten die Unbekannten, sie müssten den Wasserzähler ablesen. Und während sie dies in Gegenwart der Wohnungsinhaber tun, schleicht ein Komplize auf der Suche nach Beute durch die Wohnung. Wenn die Opfer den Diebstahl bemerken, sind der oder die Täter längst über alle Berge.

Tatorte waren jüngst beispielsweise Delmenhorst, Stade, Westerstede und Braunschweig. Dort wurde einer 90-Jährigen ihr wertvoller Goldschmuck gestohlen. Ein älteres Ehepaar büßte ebenfalls Schmuck und einen vierstelligen Geldbetrag ein. Außerdem schlugen falsche Wasserwerker unter anderem in Bad Eilsen im Kreis Schaumburg, in Cloppenburg, Ritterhude, Neu Wulmsdorf und Seevetal im Kreis Harburg sowie in Bad Salzdetfurth und Bad Münder zu.

In Hannover 100.000 Euro erbeutet

In Hildesheim waren die Gauner sogar mehrfach erfolgreich. Zumeist erbeuteten sie kostbaren Schmuck. Auch in Bremen wurde die Masche wiederholt angewendet. Unter anderem wurden dort über Ostern einer 87-Jährigen die Geldbörse und die EC-Karte entwendet. Mit der Karte hoben die Täter dann Geld ab. Auch in Hannover schlugen falsche Wasserwerker mehrfach zu. Dort erlitt eine 80-jährige Frau den größten bisher mit dieser Masche angerichteten Schaden: Sie büßte 100.000 Euro und Schmuck ein.

Man solle Wasserwerker und andere Handwerker grundsätzlich nur ins Haus lassen, wenn man sie selbst bestellt habe oder wenn sie von der Hausverwaltung angekündigt wurden, riet die Göttinger Polizei. Unabhängig davon solle man sich stets die Dienstausweise zeigen lassen.

Echte Wasserwerke hätten immer entsprechende Papiere bei sich, sagte die Sprecherin der Stadtwerke Göttingen. „Unsere Wasserwerker können sich immer ausweisen.“ Eine Sprecherin des Wolfsburger Energieversorgers LSW wies zudem darauf hin, dass es nicht erforderlich sei, zur Überprüfung beschädigter Leitungen Wohnungen zu betreten.

Von RND/lni

Er war betrunken und hat an seinem Handy gespielt: Das haben die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen einen 26-Jährigen ergeben, der Montagabend im Kreis Göttingen mit seinem Auto ein Kinderwagen gerammt, sodass der sechs Wochen alte Säugling starb.

28.07.2019

Ein brennendes Getreidefeld hat Sonnabendabend zu einem Großeinsatz der Feuerwehr in Kransburg (Kreis Cuxhaven) geführt: 68 Gäste eines angrenzenden Campingplatzes wurden durch Rauchgas verletzt.

28.07.2019

Die Hitze, Trockenheit und dazu ein kräftiger Wind: Ein Feuer hat an Sonnabendvormittag die Getreideernte auf einem 25 Hektar großen Feld in Bassum (Kreis Diepholz) vernichtet. Feuerwehr und Landwirte verhinderten Schlimmeres.

27.07.2019