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Der Norden Verdacht auf Misshandlung: Blieb Hamelner Jugendamt untätig?
Nachrichten Der Norden Verdacht auf Misshandlung: Blieb Hamelner Jugendamt untätig?
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12:05 07.06.2019
Die Staatsanwaltschaft Hannover prüft die neuen Vorwürfe gegen das Hamelner Jugendamt (Symbolbild). Quelle: Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt in einem Fall von Kindesmisshandlung gegen Mitarbeiter des Jugendamts in Hameln. Es liege eine Strafanzeige gegen die Behörde vor, bestätigte am Freitag der hannoversche Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. „Es soll geprüft werden, ob das Jugendamt Hinweisen zu einem möglichen Misshandlungsfall in einer Familie nicht ordentlich nachgegangen ist.“

Dieselben Mitarbeiter wie im Fall Lügde?

Mit dem vielfachen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz in nordrhein-westfälischen Lügde habe das nichts zu tun, betonte Klinge. Allerdings seien im politischen Raum Fragen aufgetaucht, ob es sich um dieselben Mitarbeiter handelt, denen schon im Lügder Fall vorgeworfen wird, dass sie Hinweise auf pädophile Neigungen des Hauptverdächtigen nicht ordentlich geprüft haben sollen.

Das Hamelner Jugendamt hatte ein Mädchen aus dem Landkreis Hameln als Pflegekind zu dem arbeitslosen Dauercamper Andreas V. gegeben. Dabei hatte es mehrere Hinweise gegeben, dass V. pädophile Neigungen haben könnte. Der Mann ist inzwischen unter anderem wegen mehrfachen schweren Kindesmissbrauchs angeklagt. Nachdem der Missbrauchsskandal Ende 2018 öffentlich bekannt geworden war, sind im Hamelner Jugendamt Akten frisiert und zum Teil gelöscht worden. Eine Mitarbeiterin wurde suspendiert, der Leiter des Jugendamts wurde versetzt.

Kindesmisshandlung in einer Familie

In dem nun bekannt gewordenen Fall handelt es sich nicht um den Vorwurf des Missbrauchs auf dem Campingplatz. Es geht um Kindesmisshandlung in einer Familie. Es soll Hinweise an das Hamelner Jugendamt zu diesen Misshandlungen gegeben haben. Die Staatsanwaltschaft müsse nun prüfen, ob Mitarbeiter der Behörde hätten Strafanzeige erstatten oder die Kinder aus der Familie hätten nehmen müssen, sagte Klinge.

Die Strafanzeige gegen Mitarbeiter des Jugendamts in Hameln haben laut Klinge Mitarbeiter des Jugendamts in Höxter erstattet. Die Familie war aus dem Landkreis Hameln in den Bereich des Jugendamts Höxter gezogen, sodass man dort Einsicht in die Akten bekam. Der Campingplatz in Lügde liegt ebenfalls im Bereich des Jugendamts Höxter.

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Von Karl Doeleke

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