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Der Norden Aufatmen nach Gefahrgut-Unfall – A2 nach drei Tagen Vollsperrung endlich wieder frei
Nachrichten Der Norden Aufatmen nach Gefahrgut-Unfall – A2 nach drei Tagen Vollsperrung endlich wieder frei
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08:12 27.09.2019
Der Verkehr auf der A2 fließt nach den zwei schweren Lkw-Unfällen bei Zweidorfer Holz und Hämelerwald wieder in beiden Fahrtrichtungen.  Quelle: Kathrin Bolte
Zweidorfer Holz/Hämelerwald

Große Erleichterung: Die Autobahn 2 bei Peine ist wieder komplett frei. Bis zum Donnerstagnachmittag war die A2 zwischen Hämelerwald und Zweidorfer Holz aufgrund der beiden schweren Lkw-Unfälle voll gesperrt. Nachdem Feuerwehrleute einen mit Salpetersäure geladenen Lkw leergeräumt hatten, wurde die Unfallstelle der Autobahnmeisterei Braunschweig übergeben. Ab da hieß es für Leiterin Gurbet Cakil und ihre Kollegen: koordinieren und los!

Asphalt vom Diesel schon fast aufgelöst

„Die Unfallfahrzeuge bei Hämelerwald und Zweidorfer Holz waren noch nicht ganz abgeschleppt, da sind wir praktisch schon auf der Straße herumgekrochen, um die Schäden zu sichten und weitere Schritte einzuleiten“, erklärt Cakil. Bei Hämelerwald war Diesel ausgelaufen. „Dort befindet sich ein grobporiger Asphalt, der vom Diesel teilweise schon aufgelöst wurde“, erklärt sie weiter. Daher habe man sich entschlossen, die Fahrbahn abzufräsen und neu zu asphaltieren, was bereits am Mittwoch erfolgen konnte.

Messfahrzeuge kontrollierten ständig neuen Asphalt

An der Unfallstelle Zweidorfer Holz war Salpetersäure auf die Fahrbahn gelaufen, sodass man sich auch hier entschied, den Belag zu erneuern. Hier begannen die Bauarbeiten am Donnerstagmorgen – seitdem wurde darauf gewartet, dass der Asphalt abkühlt.

„Es sind immer wieder Messfahrzeuge draußen, die die Temperaturen messen“, erklärt die Spezialistin. Sieben Stunde dauere dies in der Regel. Erst dann sei die Verkehrssicherheit wieder für alle gewährleistet. Erst um 16.25 Uhr konnten zwei Fahrstreifen in Richtung Braunschweig freigegeben werden. Der dritte Fahrstreifen folgte etwas später.

Rahmenverträge machen ein Über-Nacht-Bauen möglich

Das praktisch über Nacht eine neue Fahrbahndecke entstehen kann, ist einem Rahmenvertrag zu verdanken, den die Autobahnmeisterei Braunschweig-Hafen mit Bauunternehmen geschlossen hat. Dieser Vertrag wird jährlich neu ausgeschrieben und beinhaltet, dass bei einer erforderlichen Sofortmaßnahme, die Baufirma innerhalb von zwölf Stunden mit der Arbeit beginnen muss. „Nur so können wir relativ schnell nach solchen Unfällen reagieren“, so Cakil.

Feuerwehren mit neuem Gefahrgut-Konzept zufrieden

Unterdessen erholen sich die Feuerwehrleute von diesem Einsatz. Insgesamt waren 300 Feuerwehrleute, für mehr als 32 Stunden, vor Ort. Dirk Tinius, Ortsbrandmeister Peine, zeigt sich zufrieden mit dem Verlauf des Einsatzes. „Die Kernstadt Feuerwehr war zusammen mit der Feuerwehr Ilsede und Hohenhameln in der Nacht zu Mittwoch zur Unfallstelle gerufen worden, da den Kameraden dort das Wasser zur Reinigung der Schutzanzüge ausgegangen war“, erklärt er. Zudem habe man gemeinsam mit der Feuerwehr der Peiner Träger und den Vöhrumern sechs Chemieschutzanzug-Trupps (je zwei Personen) und acht Chemieschutzanzüge gestellt.

Dank des Einsatzleiters Philipp Dahme

Philipp Dahme von der Feuerwehr Wendeburg war Einsatzleiter bei diesem schweren Unfall. Auch er ist mit dem Verlauf sehr zufrieden und sagt zu dem neuen Gefahrstoffkonzept in Peine, das erst seit wenigen Tagen aktiv ist: „Das hat alles gut funktioniert, wir sind damit auf dem richtigen Weg.“ Dabei läuft die Koordination der Rettungskräfte jetzt viel schneller ab. Worte der Anerkennung hat er vor allem für die Feuerwehrleute, die den eingeklemmten Fahrer befreit haben.

„Wenn klar ist, dass es sich um einen Gefahrguttransporter handelt und man weiß noch nicht, was genau da drin ist, dann geht es über den normalen Einsatzmut hinaus, zu sagen ,den hol ich da jetzt raus´“. Wir sind gut ausgebildet, merkt Dahme an und gibt zu bedenken, „aber wir sind keine Profis.“ Umso mehr freut er sich über die, wie er sagt, „sehr gute Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr Braunschweig.“

Das ist passiert

Nach einem schweren Gefahrgut-Unfall am Dienstagmorgen kurz hinter der A 2-Raststätte Zweidorfer Holz hat man die Autobahn komplett gesperrt. Ein 48-jähriger Lastwagenfahrer, ist in Fahrtrichtung mit seinem Lkw bei stockendem Verkehr gegen 8 Uhr auf einen stehenden Gefahrguttransporter aufgefahren und hat diesen auf zwei weitere geschoben. Der Unfallverursacher und der 62-jährige Gefahrgutfahrer wurden in den Führerhäusern eingeklemmt und mussten befreit werden. Sie verletzten sich bei dem Unfall schwer.

Auch die anderen beiden Lkw-Fahrer im Alter von 29 und 49 wurden zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus gefahren. Bei dem Unfall wurden Behälter beschädigt, die Salpetersäure enthielten. Diese liefen aus und mussten von der Feuerwehr mühsam abgepumpt werden. Insgesamt 36 Menschen, darunter Polizisten, Feuerwehrleute, Lkw-Fahrer und Pressevertreter mussten wegen der Dämpfe dekontaminiert und zur Untersuchung in Krankenhäuser gebracht werden. Auch die Fahrbahn wurde dabei in Mitleidenschaft gezogen.

Nach dem Unfall staute sich der Verkehr kilometerweit. In diesem Stau ereignete sich bei Hämelerwald ein weiterer Unfall, bei dem drei Menschen verletzt wurden. Ein beteiligter Lkw kippte dabei um. Bei beiden Unfallstellen wurde die Fahrbahn so stark beschädigt, dass sie neu asphaltiert werden musste. Die Sperrung führte zu Staus auf allen Nebenstrecken.

Zum Nachlesen:

Kommentar: Mutige und selbstlose Retter

So lief der Einsatz direkt nach dem Unfall +++Liveticker zum Nachlesen+++

Umgestürzter Lastwagen blockiert A2 +++Folgeunfall+++

Gefahrgutunfall: Weitere gefährliche Stoffe gefunden

Und dann haben wir ein Loch in die Seitenwand geschnitten +++So verlief der Einsatz der Feuerwehr+++

Erster Einsatz mit neuem Konzept für Gefahrstoff-Einsätze

Von Kathrin Bolte

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