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Der Norden Umstrittenes Tierlabor: Hamburger Staatsanwaltschaft soll Vorwürfe wegen Tierversuchen klären
Nachrichten Der Norden Umstrittenes Tierlabor: Hamburger Staatsanwaltschaft soll Vorwürfe wegen Tierversuchen klären
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15:42 06.11.2019
Ein Affe wird in dem Labor bei Hamburg in einen Versuchsaufbau gesperrt. Diese Aufnahme stammt von einem verdeckten Ermittler der Organisation Soko Tierschutz. Quelle: SOKO Tierschutz
Hamburg

Nach Vorwürfen gegen das Tierversuchslabor der Firma LPT hat die Hamburger Verbraucherschutzbehörde nach eigenen Angaben die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Ehemalige Mitarbeiterinnen der Firma hätten gegenüber dem ARD-Fernsehmagazin „Fakt“ Aussagen gemacht, die auf eine Manipulation von Versuchsreihen - unter anderem am Hamburger Standort der Firma - schließen ließen, teilte die Verbraucherschutzbehörde am Mittwoch mit.

So sei es in Hamburg Neugraben über 10 Jahre üblich gewesen, dass Tierversuchsstudien an das Ziel angepasst wurden und die eigentlichen, aber problematischen Testergebnisse verheimlicht und verfälscht wurden. Eine Mitarbeiterin, die sich auch der Staatsanwaltschaft als Zeugin zur Verfügung stellt, spricht in der Sendung „Fakt“ Klartext: „Ich habe es nicht nur erlebt, ich habe es auch gemacht, ich habe Dokumente gefälscht. Unsere Studien, wenn da Ergebnisse nicht unseren Erwartungen entsprochen haben, bin ich angehalten worden, dass zu verbessern.“

Mitarbeiter-Aussagen stützen Undercover-Erkenntnisse

Diese Vorgänge wecken Erinnerungen an den jüngst durch einen Undercover-Aktivisten der Tierschutzorganisation Soko-Tierschutz aufgedeckten Fall von der Vertuschung eines in einer Studie gestorbenen Affens. Auch hier passte der tödliche Zwischenfall wohl nicht in den Plan und der verdeckte Ermittler musste Informationen falsch eintragen. Seine Beschwerden darüber bis zur Führung der Anlage blieben wirkungslos.

Lesen Sie auch: Umstrittenes Tierlabor erneut kontrolliert - wieder Mängel festgestellt

Durch die aktuellen Ereignisse würden Fragen zur Zuverlässigkeit des Unternehmens aufgeworfen. Von der Klärung der Vorwürfe durch die Staatsanwaltschaft werde die Genehmigung weiterer Tierversuchsanträge der Firma abhängen.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft konnte den Eingang der Anzeige am Mittwoch noch nicht bestätigen. Von der beschuldigten Firma war zunächst keine Stellungnahme erhältlich.

Pharmaindustrie kündigt Verträge – Staatsanwaltschaft Stade ermittelt

Mehrere große Pharmakonzerne wie Merck und Boehringer Ingelheim haben bereits Konsequenzen gezogen und gekündigt. Soko Tierschutz fordert von den Regierungen in Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein die sofortige Schließung der Labore, die Beschlagnahmung der Tiere und die Überprüfung aller Studien der letzten 15 Jahre.

Nach der Veröffentlichung der heimlich aufgenommenen Videoaufnahmen aus dem Harburger Versuchslabor hatte das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bereits Anfang Oktober Strafanzeige gegen die Firma erstattet. Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt gegen den Betreiber.

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Von RND/ots/dpa

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