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Der Norden „Alle Lehrer müssen endlich A 13 verdienen“
Nachrichten Der Norden „Alle Lehrer müssen endlich A 13 verdienen“
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00:20 15.11.2018
Grundschullehrer sollen endlich besser gezahlt werden, fordern die Bildungsverbände. Quelle: Jochen Lübke/dpa (Archiv)
Hannover

Wenn Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) nicht endlich einen Stufenplan für eine bessere Besoldung der Grund-, Haupt- und Realschullehrer und konkrete Schritte zur Entlastung der Pädagogen vorlegt, sehen die Bildungsverbände keine Gesprächsgrundlage für einen „Pakt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen“ an den Schulen. Den hatte Tonne Ende Oktober vorgeschlagen, nachdem die Expertenkommission zur Lehrerarbeitszeit ihren Abschlussbericht vorgestellt hatte.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz untermauerten Vertreter von vier Bildungsverbänden ihre Hauptforderung nach einer Höherstufung aller Lehrer auf A 13. Zurzeit verdienen nur Gymnasiallehrer A 13, während Pädagogen an Grund-, Ober- und Realschulen A 12 bekommen. Nach Angaben von Laura Pooth, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), dürfte dies einen Unterschied von 300 bis 500 Euro brutto im Monat ausmachen. A 12 liegt, je nach Berufsjahren, zwischen 3500 und 4500 Euro brutto pro Monat, A 13 zwischen 3900 und 5000 Euro.

„Grundschullehrer leisten gleichwertige Arbeit“

Der Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ müsse gelten, betonte Franz-Josef Meyer vom Verband Bildung und Erziehung. „Trotz veränderter Lehrerausbildung, gleich langem und gleichwertigem universitärem Studium, trotz der Tatsache, dass Lehrkräfte unabhängig von Schulstufe und Schulform heute Abschlüsse vergeben, Kinder mit und ohne Handicap unterrichten und Kinder mit Migrationshintergrund integrieren, richtet sich die Bezahlung immer noch nach einem sozialen Ranking aus dem 19. Jahrhundert.“

Die besoldungsrechtliche Prüfung, die das Land angekündigt hat, sei überflüssig und bloße Hinhaltetaktik, sagte Meyer. Niedersachsen werde dadurch im Wettbewerb um Lehrerkräfte abgehängt. Nachbarländer wie Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein zahlten schon viel besser.

Auch Gymnasiallehrer wollen mehr Geld

Unterdessen mahnt der Philologenverband „Gerechtigkeitslücken“ für Gymnasiallehrkräfte an. Die Lehrer dort leisteten erwiesenermaßen die meisten Überstunden und müssten auch am schnellsten entlastet werden. Außerdem gehöre die Lehrerbesoldung überhaupt auf den Prüfstand, man dürfe nicht nur einige Schulformen besserstellen, forderte Philologenchef Horst Audritz, Gymnasiallehrer würden zu schlecht bezahlt.

Frank Stöber vom Schulleitungsverband forderte, dass Schulleiter mindestens A 14 verdienen müssten, nicht mehr als zehn Stunden wöchentliche Unterrichtsverpflichtung und einen Stellvertreter haben sollten. Für kleine Standorte müsste über Verbundlösungen nachgedacht werden, aber hier sperrten sich die Kommunen oft, die an kleinen Dorfschulen festhielten.

Weitere Lehrerarbeitszeitstudie gefordert

Torsten Neumann vom Verband Niedersächsischer Lehrkräfte forderte eine repräsentative Erhebung zur Arbeitszeit von Haupt-, Real- und Förder- sowie Berufsschullehrern. Dass sich bei der GEW-Studie nicht genügend Lehrer dieser Schulformen, sondern nur von Gymnasien, Grund- und Gesamtschulen beteiligt hatten, könnte auch am Zeitmangel der Realschullehrer liegen, meinte Pooth.

Kultusminister Tonne erkläre, dass die Forderungen der Lehrerverbände altbekannt sei, er freue sich aber über die Dialogbereitschaft und es sei bereits viel in Bewegung, um die Arbeitsbedingungen an Schulen zu verbessern. So seien die Leiter kleiner Grundschulen auf A 13 angehoben wurden, dafür stelle das Land jährlich 1,3 Millionen Euro zur Verfügung. Außerdem prüfe man, welche Aufgaben man streichen könne, um Lehrer zu entlasten. Es sollten auch Musterlösungen erarbeitet werden.

Lehrer sollen von Bürokratie entlastet werden

Die Streichung von bürokratischen Aufgaben allein, wie sie das Land angekündigt habe, werde nicht reichen, um Lehrer zu entlasten, sagte Pooth. Stöber vom Schulleitungsverband nannte beispielsweise die bundesweiten Vergleichsarbeiten Vera, die in Mathematik und Deutsch in Klasse 8 und im 8. Jahrgang dazu auch noch in Englisch anstehen, für vollkommen sinnlos. Sie brächten den Lehrern viel Arbeit und wenig Erkenntnis. Mike Finke, Vorsitzender des Landeselternrates, mahnte, dass Arbeitserleichterungen für Pädagogen nicht zu Lasten von Qualität und Transparenz gehen dürften. Besser sei es, wenn Verwaltungskräfte nichtpädagogische Aufgaben von Lehrern übernähmen.

Von Saskia Döhner

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