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Der Norden Leck auf Ölfeld: Wintershall Dea will giftiges Sickerwasser komplett abpumpen
Nachrichten Der Norden Leck auf Ölfeld: Wintershall Dea will giftiges Sickerwasser komplett abpumpen
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20:18 12.08.2019
Wie belastet ist das Grundwasser? Henner Ehlers vom Umweltlabor Eurofins entnimmt einen Bohrkern mit Proben. Quelle: Friso Gentsch/dpa
Nordhorn/Emlichheim

Nachdem bis 220 Millionen Liter gesundheitsschädliches Wasser im Untergrund versickert sind, will Wintershall Dea den Schaden an der Ölförderstätte Emlichheim restlos beheben. „Wir werden das Lagerstättenwasser aus den tiefen Grundwasserbereichen entfernen“, versprach Dirk Warzecha, Leiter von Wintershall Dea Deutschland, am Montag nach einem Treffen mit dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie, dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, dem Landkreis Grafschaft Bentheim und der Samtgemeinde Emlichheim in Nordhorn.

Wegen Korrosionsschäden der Rohre einer Einpressbohrung sind von 2014 bis 2018 bis zu 220 Millionen Liter des kontaminierten Lagerstättenwassers in den Untergrund eingesickert. Hinweise auf Undichtigkeiten wurden seit dem Frühjahr untersucht.

Blick auf die schadhafte Gestängetiefpumpe in Emlichheim: Bis zu 220 Millionen Liter giftiges Lagerstättenwasser sind dort wegen eines durchrosteten Rohres seit 2014 im Boden versickert. Quelle: Friso Gentsch/dpa

Auffälligkeiten gab es schon 2015 – doch es folgten keine Untersuchungen

„Eines ist klar, einen derartigen Schaden darf es in unserem Unternehmen nicht geben“, sagte Warzecha. Der Schutz der Umwelt und der Menschen habe Priorität. Die Ursachen der Panne sollten auch intern aufgearbeitet werden. Er räumte ein, dass es bereits 2015 Auffälligkeiten bei Druckmessungen an der Bohrstelle gegeben habe. Warum es keine genauere Untersuchung gab, müsse noch geklärt werden.

„Es ist unser Sanierungskonzept, dass wir das Lagerstättenwasser wieder zurückfördern“, sagte Warzecha. Erste Schritte seien schon unternommen worden. Eine Sondierungsbohrung, die derzeit parallel zu der defekten Bohrung vorgenommen wird, solle auch dem Abpumpen des Lagerstättenwassers dienen. Notwendig seien aber auch weitere Bohrungen. Dazu müsse aber das Ausmaß des Schadens noch weiter untersucht werden.

„Keine Gefahr für Mensch und Umwelt“

„Eine Gefahr für Mensch und Umwelt besteht nach jetzigem Kenntnisstand nicht“, sagte der Abteilungsleiter Bergbau beim Landesbergamt, Klaus Söntgerath. Künftig soll das oberflächennahe Grundwasser alle vier Wochen untersucht werden. Das Landesbergamt werte derzeit Daten von Bohrungen in ganz Niedersachsen aus, um einen ähnlichen Schaden wie in Emlichheim ausschließen zu können. Es gebe großen Aufklärungs- und Untersuchungsbedarf, betonte er.

Die Samtgemeindebürgermeisterin von Emlichheim, Daniela Kösters (parteilos), begrüßte, dass Wintershall Dea eine Sanierung wolle. Sie forderte aber das Land dazu auf, die Erdölproduzenten besser zu überwachen. Es sei schwer zu verstehen, dass das Leck in der Bohrung über vier Jahre hinweg nicht aufgefallen sei. Sie wolle die Bürger im September bei einer Veranstaltung informieren, sagte Kösters.

Von Elmar Stephan