Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Der Norden Landkreis Göttingen: Corona-Infektionen in acht Altenheimen
Nachrichten Der Norden

Landkreis Göttingen: Corona-Infektionen in acht Altenheimen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:33 17.12.2020
Eine Altenpflegerin führt in einem Seniorenheim einen Antigen-Corona-Schnelltest durch. Besucher hingegen haben keinen Anspruch auf einen solchen Test.
Eine Altenpflegerin führt in einem Seniorenheim einen Antigen-Corona-Schnelltest durch. Besucher hingegen haben keinen Anspruch auf einen solchen Test. Quelle: dpa
Anzeige
Göttingen

Der tagtägliche Blick in die Medien zeigt, dass aktuell vor ­allem Alten- und Pflegeheime von Infektionen mit dem Coronavirus betroffen sind. In den einzelnen Häusern fehlt es oft an Personal, um neben der alltäglichen Arbeit auch Schnelltests durchzuführen. Im Landkreis Göttingen (ohne die Stadt Göttingen) sind aktuell sieben Alten- und Pflegeeinrichtungen betroffen, in denen Menschen an Corona erkrankt sind. In der Stadt Göttingen gibt es trotz strenger Schutzmaßnahmen einen erneuten Ausbruch im Seniorenzentrum Göttingen.

Verwaltungssprecher Dominik Kimyon sagt auf Nachfrage, dass nach einem ersten Ausbruch im Seniorenzentrum Anfang Dezember die mehr als 300 Bewohner und Mitarbeiter getestet geworden seien. „Alle Ergebnisse waren negativ“, so Kimyon. Seitdem würden alle Mitarbeitenden vor jedem Dienstbeginn per Schnelltest getestet. Dieser Test stehe auf Wunsch auch Bewohnern zur Verfügung. „Dabei ist routinemäßig heute ein Ergebnis von sechs positiven Schnelltests und drei positiven PCR-Tests herausgekommen, alle Fälle stammen aus dem gleichen Wohnbereich“, informiert Kimyon über den Donnerstag, 17. Dezember. Ein Zusammenhang zum ersten Infektionsfall Anfang Dezember sei nicht ersichtlich. Deshalb werde aktuell eine erneute Kompletttestung vorbereitet.

Besuchsverbot für die nächsten 14 Tage

„Dass das Virus trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einen Weg in die Einrichtung gefunden hat, ist unfassbar“, sagt Kai Osterhorn, der das Seniorenzentrum leitet. Ab sofort gelte für die nächsten 14 Tage nach der aktuellen Niedersächsischen Corona-Verordnung ein Besuchsverbot in der Einrichtung. Die Einrichtungsleitung habe bereits im Vorfeld Lösungen erarbeitet, wie Bewohner dennoch persönliche Weihnachtsgrüße erhalten können. Die positive Nachricht alledem: „In 13 von 14 Einrichtungen im Zuständigkeitsbereich der Stadt Göttingen gibt es aktuell kein Infektionsgeschehen.“

Welche Häuser im Landkreis Göttingen betroffen sind und wo sie liegen, beziehungsweise wie viele Infektionen es gibt, möchte Landkreissprecher Ulrich Lottmann nicht preisgeben. Er bittet um Verständnis. „Wir sagen unterhalb von Städte- und Gemeindeebene nichts Konkretes, es sei denn, es geht irgendwo eine Gefährdung aus für die Allgemeinheit.“ Diese Zurückhaltung habe mit Datenschutz und Persönlichkeitsrechten zu tun. „Wir müssen jedes Mal abwägen, ob die Pflicht zur Information oder aber der Datenschutz im Vordergrund stehen. In den bei uns vorliegenden Fällen handelt es sich um lokal begrenzte Geschehen“, verdeutlicht der Sprecher.

Lesen Sie auch: Plan steht – in dieser Reihenfolge will Spahn gegen Corona impfen lassen

Es sei das Recht betroffener Menschen, dass niemand über herausgegebene Informationen Rückschlüsse auf ihre Person ziehen könne. Wenn Einrichtungen allerdings von sich aus transparent mit dem Geschehen umgingen, sei das natürlich möglich und allein die Entscheidung der jeweiligen Hausleitung.

Duderstädter Haus geht ­transparent mit Geschehen um

Für diesen Weg hat sich das Altenpflege- und Senioren-Wohnheim „Am Park“ in Duderstadt entschieden. Hier hatte sich Anfang Dezember ein Mitarbeiter mit Corona infiziert. Obwohl er nach seinem positiv ausgefallenen Test nicht mehr zum Dienst erschienen war, ergab eine Durchtestung im Haus insgesamt elf Infektionen, davon neun Bewohner. Daraufhin war eine Isolationsstation eingerichtet und ein Besuchsverbot ausgesprochen worden.

Lesen Sie auch: Neuer Rekordwert – Corona-Neuinfektionen überschreiten rechnerisch erstmalig die 30.000

Dieser Quarantäne-Bereich bestehe noch immer fort, sagt Franziska Thyssen vom Leitungsteam des Hauses auf Tageblatt-Nachfrage. Weitere PCR-Tests an Mitarbeitern und Bewohnern seien erfolgt. „Wir warten auf Ergebnisse“, verdeutlicht Thyssen den aktuellen Stand. Das ausgesprochene Besuchsverbot besteht indes fort. Gibt es einen Plan für Weihnachten und Neujahr? Wie sollen die Feiertage begangen werden? „Behördlich ist angeordnet, dass das Haus für Besucher geschlossen bleiben muss“, sagt Thyssen.

Von Ulrich Meinhard