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Der Norden Am 11. Juni geht’s los: ICE-Strecke Göttingen –Hannover wird gesperrt
Nachrichten Der Norden Am 11. Juni geht’s los: ICE-Strecke Göttingen –Hannover wird gesperrt
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08:58 04.06.2019
Die Strecke Göttingen-Hannover war die erste Schnellfahrstrecke Deutschlands. Nun wird sie saniert. Quelle: Holger Hollemann/dpa
Hannover

Die Bahn braucht länger, aber dieses Mal aus gutem Grund: Wegen der Sanierung der ICE-Strecke Hannover-Göttingen müssen Fernreisende zwischen Nord- und Süddeutschland sowie Berlin und Frankfurt in den kommenden sechs Monaten 30 bis 45 Minuten mehr Fahrzeit einplanen. Ab Dienstag kommender Woche fahren die Züge eine Umleitung, die neuen Fahrzeiten sind in die Fahrpläne aber bereits eingearbeitet. Knapp 30 Jahre nach der Inbetriebnahme der ersten Schnellstrecken Hannover-Würzburg und Mannheim-Stuttgart beginnt die Bahn mit einer grundlegenden Sanierung. Das Sanierungsprojekt behindert den bundesweiten Zugverkehr in Etappen bis ins Jahr 2023.

Umleitung durch das Leinetal

Alle Züge auf der Nord-Süd-Verbindung müssen den Umweg über die Leinetalstrecke fahren, die über Nordstemmen, Elze, Kreiensen und Northeim nach Göttingen führt. Diese Route ist im vergangenen Jahr saniert worden. Fahrplanänderungen ergeben sich auch im Regionalverkehr in Südniedersachsen: Anstelle des Regionalexpress zwischen Göttingen und Bad Harzburg beispielsweise wird zwischen Northeim und Göttingen ein Busersatzverkehr eingerichtet. Beim Metronom zwischen Hannover und Göttingen ändern sich Abfahrts- und Ankunftszeiten. Nicht betroffen ist der Erixx auf der Route zwischen Hannover und Bad Harzburg.

Beim Metronom zwischen Hannover und Göttingen ändern sich Abfahrts- und Ankunftszeiten. Quelle: Ole Spata/dpa

Bei den Bauarbeiten werden Gleise, Weichen, Schotter, aber auch die Oberleitungsmasten sowie die Strom- und Sicherungstechnik erneuert. Auf die Verbindung Hannover-Göttingen folgt die Strecke Mannheim-Stuttgart, die vom 10. April bis 31. Oktober 2020 nicht befahrbar sein wird. Der Abschnitt Göttingen-Kassel wird von April bis Juli 2021 unterbrochen. Dann kommt im Jahr 2022 die Trasse Fulda-Würzburg dran und schließlich 2023 der Gleisstrang von Kassel nach Fulda.

Strecken sind seit 1991 im Dauerbetrieb

Die Bahn warb um Verständnis für die Serie von Großbaustellen. Sie sei unvermeidbar, die regelmäßige Instandhaltung reiche nun nicht mehr aus: Die beiden ICE-Strecken seien seit ihrer Eröffnung 1991 im Dauerbetrieb. Auf der 327 Kilometer langen Trasse zwischen Hannover und Würzburg fahren täglich 110 Fernzüge mit rund 42.000 Reisenden durch Niedersachsen, Hessen und Bayern, außerdem im Durchschnitt 26 Güterzüge. Noch höher ist Belastung auf den 99 Kilometern von Mannheim nach Stuttgart: Dort verkehren jeden Tag 185 Fernzüge mit 66.000 Fahrgästen, hinzu kommen 24 Güterzüge.

Auf der 327 Kilometer langen Trasse zwischen Hannover und Würzburg fahren täglich 110 Fernzüge. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

In die Grunderneuerung der beiden Strecken fließen insgesamt 825 Millionen Euro. Alleine für die Arbeiten von Hannover bis Göttingen hat die Bahn 175 Millionen Euro veranschlagt. Rund 140 Kilometer Gleise, 47 Weichen, 243.000 Schwellen und 405.000 Tonnen Schotter sind erforderlich. Außerdem werden neun Tunnel und acht Talbrücken sowie die Oberleitung saniert. „Wir wissen, dass die Sanierung den Kunden Geduld und Verständnis abverlangt“, sagte die Norddeutschland-Chefin der Bahn, Manuela Herbort. Die Züge fahren während der Arbeiten über die alte Nord-Süd-Strecke. Dies führt dort zu Ausfällen und Anpassungen im niedersächsischen Regionalverkehr.

Weitere Schnellstrecken sind in Planung

Während die ersten Schnellstrecken der Bahn bereits wieder fit für die Zukunft gemacht werden müssen, ist der Ausbau des bundesweiten Netzes für hohes Tempo noch längst nicht abgeschlossen. Auf 1500 Kilometer Strecke können die Züge schneller als 250 Kilometer pro Stunde fahren, weitere Schnellstrecken sind zwischen Frankfurt und Mannheim sowie Hanau-Würzburg/Fulda und Hannover und Bielefeld geplant. Für den geplanten Deutschlandtakt, einem eng geknüpften Fahrplan mit festen Umsteigemöglichkeiten, soll auch auf schon bestehenden Schnellstrecken das Tempo auf 300 erhöht werden, etwa zwischen Hannover und Berlin.

Schneller zum Ziel kommen will die Bahn künftig auch abseits der Verbindungen, auf denen die ICE auf über Tempo 250 beschleunigen können. Für Geschwindigkeiten bis 200 Kilometer pro Stunde etwa wird die Strecke Saarbrücken-Kaiserslautern-Ludwigshafen derzeit ausgebaut, Tempo 230 soll auf weiten Teilen der Strecke Hannover-Hamburg möglich sein. Die Planungen zum Ausbau dieser Verbindung zeigen, dass nicht alleine die technische Machbarkeit und die Höhe der Baukosten entscheidend darüber sind, auf welcher Verbindung die Bahn um wie viel Minuten flotter wird. Im Dialog mit der Region wird gerade versucht auszuloten, wo die zusätzlichen Gleise am Besten verlegt werden können.

Weiterlesen: Die Bahn soll sturmfester werden

Von RND/lni

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