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Der Norden Kommentar: Der Ärger der Landwirte ist verständlich
Nachrichten Der Norden Kommentar: Der Ärger der Landwirte ist verständlich
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19:51 22.10.2019
Großdemo mit Traktoren: Landwirte aus vielen Städten kamen am Dienstag nach Hannover. Sie protestierten unter anderem gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung. Quelle: Sina Schuldt/dpa
Hannover

Niedersachsens Bauern sind am Dienstag mit schwerem Gerät in mehreren Städten aufgefahren. Sie haben ihre Diesel hochgefahren, gehupt, sie haben diskutiert, geschimpft, geworben – und sind nach einigen Stunden wieder friedlich abgefahren. Die Polizei lobte die Landwirte für ihre Disziplin und Friedfertigkeit, aber nicht wenige Bürger schimpften, dass die Bauern ihre Diesel im Stillstand laufen ließen. Klimalümmel. Was lehrt uns das?

Die Politik hat das Problem mitgeschaffen

Die Bauern haben ein Imageproblem und werden von vielen Städtern scheel angesehen, ziemlich scheel – zumindest, wenn sie ihre Diesel munter laufen lassen und dann noch in Kolonnen (auf abgesperrten Straßen) über rote Ampeln fahren. So viel Anarchie sollte es dann doch nicht sein. Sie haben auch ein Imageproblem, weil sie von der Europäischen Union und auch von Politikern als Brunnenvergifter bezeichnet werden. Dass sie sich gegen diesen Vorwurf wehren, ist verständlich. Denn die Politik hat das Problem mitgeschaffen, über das sich die Bauern jetzt lautstark beschweren. Sie hat in der Güllefrage nicht früh und nicht klar genug gesagt, was zu tun ist. Es ist nachvollziehbar, dass sich jetzt viele Landwirte überfordert fühlen und protestieren. Dass es an der Reinheit unseres Grundwassers keine Zweifel geben darf, sehen auch die Bauern so.

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Zudem ist die Frage der richtigen Ernährung in diesen säkularen Zeiten fast zu einer Heilsfrage geworden, die wie kaum ein anderes Thema polarisiert. Wenn Kinder von anderen Kindern beschimpft werden, weil ihre Eltern Landwirte sind, ist nicht nur in der Erziehung etwas schief gelaufen. Da kann nur moralische Abrüstung helfen – und eine Erkenntnis: Für eine neue Landwirtschaft braucht man die Bauern. Und ein anderes Konsumverhalten der Verbraucher.

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Von Michael B. Berger

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