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Der Norden Hohe Nachfrage nach Prävention gegen Kindesmissbrauch in Niedersachsen
Nachrichten Der Norden

Kindesmissbrauch in Niedersachsen: Hohe Nachfrage nach Prävention

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06:43 19.08.2020
Immer mehr Menschen nehmen Präventionsangebote zum Thema Kindesmissbrauch wahr (Symbolbild). Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover

In Niedersachsen beobachten Experten einen hohen Bedarf an Präventionsangeboten gegen sexuellen Missbrauch von Kindern. „Ich weiß aus Gesprächen mit Kolleginnen in Fachberatungsstellen zum Thema sexueller Missbrauch, dass sie regelmäßig mehr Anfragen und mehr Unterstützungsbedarf haben, als sie mit den personellen und zeitlichen Kapazitäten bewältigen können“, sagte die Koordinatorin des Projekts „Gemeinsam gegen sexuellen Missbrauch“ der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen, Christine Eichholz. Das sei zwar keine systematische Erfassung, aber ein Eindruck aus dem Praxisaustausch. Zuletzt hatten Fälle wie der hundertfache Missbrauch auf einem Campingplatz im westfälischen Lügde bundesweit für Entsetzen gesorgt.

Pauschale Anzeichen, die auf einen Missbrauch bei einem Kind hindeuteten, gebe es nicht. „Man würde sich wünschen, dass es eine Art Symptomkatalog gibt. Aber so einfach ist die Sache leider nicht“, sagte Eichholz.

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Sich in Täter und Opfer hineinversetzen

Sie vermittle dem Personal in Kitas und Schulen, dass Veränderungen im Verhalten und der Persönlichkeit eines Kindes ein Anzeichen sein könnten - aber nicht müssten. Wichtig sei, grundsätzlich sensibel und offen zu bleiben und genau hinzusehen. „So lange ein Kind nicht redet, haben wir keine Chance, das herauszufinden“, sagte Eichholz.

Für viele Teilnehmer sei es wichtig, die eigenen Fragen und Unsicherheiten besprechen zu können. „Für viele ist es auch ein Aha-Erlebnis, wenn wir zum Beispiel Täterstrategien besprechen, sie sich in solche Gedankenwelten kurzzeitig reinversetzen und verstehen, was in so einer Person vorgeht“, sagte Eichholz. „Und auch, sich in die Gedanken eines Kindes hineinzuversetzen und zu verstehen, was in einem betroffenen Kind vorgeht.“ In den Fortbildungen lernten Teilnehmer auch, was bei einem Verdachtsfall in ihrer Einrichtung zu tun sei.

Von RND/lni