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Der Norden Landkreise beschränken Kanus auf Flüssen
Nachrichten Der Norden Landkreise beschränken Kanus auf Flüssen
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00:22 02.05.2019
Ein Gruppe von einem Hamburger Kanuverein fährt auf der Ilmenau Richtung Lüneburg. Eine Auszeit für die Natur soll es künftig an den Flüssen Luhe und Ilmenau geben. Der Landkreis Lüneburg will dort zu Himmelfahrt und an den Pfingststagen den Wassersport einschränken. Foto: Philipp Schulze Quelle: dpa
Hannover

Wenn die Sonne scheint und die Temperaturen steigen, zieht es viele Wassersportler auf Niedersachsens Flüsse. Oft in großen Gruppen paddeln sie in Kanus und Kajaks durch idyllische Landschaften. Das kann eine schöne Naturerfahrung sein, dient häufig aber eher geselligen Zwecken. Besonders zu Himmelfahrt und Pfingsten werden betrunkene Ausflügler, die mit lauter Musik unterwegs sind, zum Problem – was jetzt der Landkreis Lüneburg zum Anlass für Fahrverbote an bestimmten Wochenenden nehmen will. „Sie verhalten sich alles andere als rücksichtsvoll,“ sagt Stefan Bartscht von der Wasserbehörde des Kreises. Fotos belegten die Zerstörung von Landschaften.

Der Höhepunkt waren mit Flaschen verstopfte Nistplätze des geschützten Eisvogels. Unbekannte hatten dadurch den Lebensraum des Vogels am Ufer des bei Paddlern beliebten Heideflusses Ilmenau langfristig zerstört. Solche „Chaostage“ sollen ein Ende finden. Der Landkreis will auf den viel befahrenen Flüssen Luhe und Ilmenau künftig den Rummel unterbinden. Ziel sei, „dass tagaktive Tiere in den Morgen- und Abendstunden noch bei Tageslicht störungs- und stressfrei Wasser und Nahrung im Uferbereich der Gewässer zu sich nehmen können beziehungsweise allgemein Ruhezeiten haben“, heißt es zur Begründung.

Vor allem Tiere wie Fischotter und Biber, Wasservögel und Libellen sollen profitieren. Die geplanten Regeln sehen neben ganztägigen Sperrungen zu Himmelfahrt und Pfingsten ein nächtliches Fahrverbot vor. Vorgaben zu festen Ein- und Ausstiegsstellen sowie maximalen Bootsgrößen sollen dafür sorgen, dass Ufer, Böschungen und Flussbett geschützt werden. Die Verordnung zielt vor allem auf Fahranfänger in Leihbooten kommerzieller Vermieter ab. Für Kanuvereine sollen Ausnahmen gelten.

Ausnahmen für Kanuvereine

„Mit diesen Ausnahmeregelungen sind wir sehr zufrieden“, sagte Hans-Ulrich Sonntag vom Landes-Kanu-Verband Niedersachsen. Damit könnten organisierte Vereinsmitglieder nach Feierabend weiter ihre Trainingsrunden drehen und seien von den Sperrungen ausgenommen. Wenn der Kreistag in Lüneburg den Verboten am 13. Mai zustimmt, können die Regeln zum Juli in Kraft treten. „Das würde dann zwar erst für die Feiertage im nächsten Jahr gelten“, sagte Isabel Wesselink vom Kreis Lüneburg am Montag. Sie hofft aber, dass sich Kanufahrer schon in diesem Jahr rücksichtvoll verhalten.

Die Nachbarkreise Celle und Harburg wollen dem Lüneburger Beispiel mit weiteren Fahrverboten zunächst nicht folgen. Mehr Verantwortungsgefühl bei Paddlern soll im Laufe des Jahres eine Informationsbroschüre wecken, sagte Landkreissprecher Andres Wulfes in Winsen (Luhe). Probleme wie laut johlende Gruppen, Müll und parkende Autos seien auch an den Heideflüssen Seeve und Este bekannt, Die Naturparkregion Lüneburger Heide bot bereits eine Fortbildung für Kanuvermieter an, damit diese ihr Wissen über Gewässerschutz an die Kunden weitergeben.

Alkohol bei Wassertouristen

Kanu-Verleiher Sven Hansen in Handeloh im Kreis Harburg sieht den Alkohol als Hauptproblem bei vielen Wassertouristen: „Eigentlich müssten die Behörden Alkohol-Verbotsschilder aufstellen und Kontrollen wie auf den Straßen einrichten“, meint er. Auch beim Landkreistag ist das Problem bekannt. „Es gibt immer wieder Konflikte zwischen Erholungssuchenden und Bootsverleihern und dem Naturschutz“, sagt Hauptgeschäftsführer Hubert Meyer. Der Landes-Kanu-Verband beobachtet mit Sorge, dass sich Fahrverbote wie ein Flickenteppich in Niedersachsen ausbreiten. . Die meisten Einschränkungen aus Gründen des Naturschutzes, etwa zur Brutzeit, seien nachvollziehbar, meint Vizepräsident Sonntag: „Es gibt viele Regelungsmöglichkeiten, aber eine Sperrung ist immer die schlechteste.“ Der Naturschutzbund Nabu empfiehlt Bootsfahrern, in der Flussmitte zu fahren und die vorgesehenen Ein- und Ausstiegsstellen zu nutzen. Viele Pflanzen und Tiere an den Ufern seien sehr empfindlich. „Manche Wasservögel verlassen ihr Gelege dauerhaft, wenn sie gestört werden“, sagt Sprecher Philip Foth.

Von Gabriele Schulte und Hans-Christian Wöste

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