Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Der Norden Heimkinder der Nachkriegszeit aus Niedersachsen erhalten Geld für erfahrenes Leid
Nachrichten Der Norden

Heimkinder der Nachkriegszeit erhalten Geld für erfahrenes Leid   

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:34 27.07.2021
Eine Schaukel hängt auf einem Kinderspielplatz in Hannover. Ausreichend Raum zum Spielen hatten zahlreiche Kinder und Jugendliche, die während der Nachkriegszeit in Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrie lebten, nicht. Sie erfuhren Leid und Unrecht.
Eine Schaukel hängt auf einem Kinderspielplatz in Hannover. Ausreichend Raum zum Spielen hatten zahlreiche Kinder und Jugendliche, die während der Nachkriegszeit in Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrie lebten, nicht. Sie erfuhren Leid und Unrecht. Quelle: Julian Stratenschulte
Anzeige
Berlin/Hannover/Bremen

Rund 1500 frühere Heimkinder aus Niedersachsen haben Geld von der Stiftung Anerkennung und Hilfe erhalten. Dies teilte das Bundessozialministerium auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Mit der Zahlung wird anerkannt, dass die Frauen und Männer in der Nachkriegszeit in Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrie Leid und Unrecht erfahren haben.

Viele als behindert oder auffällig eingestufte Menschen wurden damals geschlagen und ruhig gestellt, von der Schulbildung ausgeschlossen und gesundheitlich nicht ausreichend versorgt. Manche wurden für Medizintests missbraucht. Bundesweit haben seit dem Jahr 2017 knapp 19.000 Menschen Anerkennungsleistungen erhalten. Die Zahl derjenigen, die sich an die Stiftung gewandt haben, liegt bei rund 31.300.

Knapp 16 Millionen Euro für 15000 Betroffene

Die Stiftung wurde von der Bundesregierung, den Bundesländern sowie der evangelischen und katholischen Kirche gegründet, um die Vergangenheit aufzuarbeiten und das Leid anzuerkennen. Bis Ende Juni 2021 konnten sich Betroffene melden, um eine Pauschale von 9000 Euro zu erhalten. Wer während des Aufenthaltes in der stationären Einrichtung sozialversicherungspflichtig gearbeitet hat, ohne dass die Einrichtung dafür Beiträge zur Sozialversicherung zahlte, konnte zusätzlich bis zu 5000 Euro als Ausgleich für entgangene Rentenansprüche bekommen.

In Niedersachsen wurden insgesamt rund 15,8 Millionen Euro an 1524 Betroffene ausgezahlt. In Bremen bekamen 91 Betroffene Leistungen von insgesamt 821 300 Euro. Bundesweit hat die Stiftung bis Ende Juni insgesamt 18 990 Männern und Frauen die Geldpauschale und/oder die Rentenersatzleistung von bis zu 5000 Euro gezahlt. Die ausgezahlte Gesamtsumme liegt bei knapp 196,6 Millionen Euro.

Von RND/dpa/Helen Hoffmann