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Der Norden Land will mehr Erzieher finanzieren
Nachrichten Der Norden Land will mehr Erzieher finanzieren
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18:39 11.06.2019
Besuch in der Kita Kunterbunt: Ministerpräsident Stephan Weil, Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und Kultusminister Grant Hendrik Tonne. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will sich dafür einsetzen, dass die Bundesmittel zur Verbesserung der Betreuung in den Kindergärten auch nach 2022 weiter fließen. In Hannover sagte sie am Dienstag bei der Unterzeichnung einer Vereinbarung zum „Gute-Kita-Gesetz“ mit Niedersachsen: „Auch 2022 wird die Aufgabe nicht erledigt sein“.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sprach bei der Vertragsunterzeichnung durch Giffey und den zuständigen Kultusminister Grant Hendrik Tonne (alle SPD) von einem „großen Schritt, über den ich mich sehr freue.“

Nach dem Gesetz sollen vom Bund bis 2022 rund 5,5 Milliarden Euro an die Länder fließen. Diese können selbst entscheiden, wie sie die Mittel einsetzen. Bisher haben Giffey zufolge erst drei andere Bundesländer ein solches Abkommen unterzeichnet. Auf Niedersachsen entfallen im Förderzeitraum insgesamt 526 Millionen Euro aus Bundesmitteln.

Das Land möchte einen Großteil der Gelder verwenden, um mehr Erzieher zu gewinnen und die Ausbildung flexibler zu gestalten. Auszubildende können parallel zu ihrem Schulbesuch in einer Kita arbeiten und bekommen das auch vergütet. Auf diese Weise hofft das Kultusministerium, mehr junge Menschen für den Beruf zu gewinnen.

Worum geht es bei dem „Gute-Kita-Gesetz“?

Das „Gute-Kita-Gesetz“ wurde im Dezember vom Bund verabschiedet und trat zum 1. Januar in Kraft. Nach dem Gesetz sollen vom Bund bis 2022 rund 5,5 Milliarden Euro an die Länder fließen, für 2019 sind zunächst 500 Millionen vorgesehen. Das Geld soll Kindertagesstätten und Kindergärten zugutekommen.

Wie viel Geld fließt zusätzlich für Niedersachsen?

Auf Niedersachsen entfallen im gesamten Förderzeitraum 526 Millionen Euro aus Bundesmitteln. Das Land leitet den Großteil an Kommunen und andere Träger weiter.

Warum muss Niedersachsen eine Vereinbarung mit dem Bund unterzeichnen, um an das Geld zu kommen?

Die Länder können selbst entscheiden, wie sie die Mittel einsetzen. Sie können sie beispielsweise nutzen, um längere Kita-Öffnungszeiten zu finanzieren oder mehr Erzieher einzustellen. Allerdings müssen dazu mit jedem Land einzeln Vereinbarungen getroffen werden. Erst wenn alle 16 Verträge unter Dach und Fach sind, fließt das Geld. Niedersachsen wäre das vierte Bundesland, das unterzeichnet. Am Donnerstag soll Sachsen folgen.

Wie genau sollen die Kindergärten besser werden?

Das Land möchte insgesamt 301 Millionen Euro investieren, um die Qualität der frühkindlichen Bildung in Kindertagseinrichtungen zu steigern. Zum einen sollen der Personalschlüssel verbessert und Zusatzkräfte eingestellt werden. Zum anderen soll mit dem Geld ein flexibles Ausbildungsmodell gefördert werden: Auszubildende können parallel zum Schulbesuch in einer Kita arbeiten und bekommen das vergütet. Auf diese Weise hofft das Kultusministerium, mehr junge Menschen für den Beruf zu gewinnen.

Wenn Gruppen kurzfristig geschlossen werden, weil Erzieherinnen erkrankt sind, stellt Eltern dies oft vor Probleme. Gibt es jetzt eine Verbesserung ?

In Niedersachsen waren Ende März laut Arbeitsagentur rund 1800 Stellen für Erzieher und Sozialassistenten unbesetzt. Dem standen 672 arbeitslos gemeldete Fachkräfte gegenüber. Zwar beziehen sich diese Zahlen nicht nur auf Stellen in Kindergärten. Trotzdem ist der Fachkräftemangel auch Grund für kurzfristige Betreuungsausfälle. Die Landesregierung setzt darauf, den Beruf durch eine flexiblere Ausbildung attraktiver zu machen.

In Niedersachsen sind die Kindergartenplätze seit August 2018 kostenfrei. Ändert sich daran etwas?

Nein. Aber das Land setzt auch einen Teil der Bundesmittel zur Finanzierung der Beitragsfreiheit ein. Für Kommunen, bei denen sich durch die Beitragsfreiheit finanzielle Engpässe ergeben, wird ein Härtefallfonds vereinbart, in den 57 Millionen Euro fließen werden.

Fließen die Fördermittel auch in andere Formen der Kinderbetreuung?

Ja. Für Kinder im Kindergartenalter, die von einer Tagesmutter betreut werden, sollen die Eltern künftig auch keine Gebühren zahlen müssen. Dazu sollen die Kommunen von 2019 bis 2022 insgesamt 20 Millionen Euro erhalten.

Von Doris Heimann

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