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Der Norden Embody yourself: Diese Studentin setzt sich für positives Körpergefühl ein
Nachrichten Der Norden Embody yourself: Diese Studentin setzt sich für positives Körpergefühl ein
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09:52 22.04.2019
Die Göttinger Anna Thomas. Quelle: Jonathan Michaeli
Göttingen

„Auferlegte Schönheitsideale hindern viele Menschen daran, sich so anzunehmen, wie sie sind, und einen liebevollen Umgang mit dem eigenen Körper zu finden“, heißt es auf dem bunten Flyer, den Thomas auf der Suche nach Models gestaltet hat. Etwas, das ihr bis vor Kurzem selbst noch schwergefallen ist. Doch einige Erfahrungen, die die 32-Jährige im vergangenen Jahr gemacht hat, haben das geändert. Besonders eine frühere Beziehung hat sie geprägt. Ihr Ex-Freund sei sehr oberflächlich gewesen, habe bei ihr und anderen viel auf Äußerlichkeiten geachtet und immer wieder ihr Gewicht kommentiert. „Das war mir letztlich zu viel.“

Aussehen schon früh Thema gewesen

Auch in ihrer Familie sei Aussehen schon früh ein Thema gewesen. Schlank sei gleichgesetzt worden mit gesund. Thomas hat früher mehr gewogen, „aber nie problematisch“ viel. Wenn sie Gewicht verlor, sei sie gelobt worden. Habe sie zugenommen, habe immer die Befürchtung im Raum gestanden „Hoffentlich wird sie nicht fett.“ Mit der Zeit sei in ihr der Gedanke gereift: „Das reicht jetzt, das möchte ich so nicht mehr.“

Wer so sozialisiert wird, versuche über andere Dinge Anerkennung zu bekommen. Manche seien dann besonders nett – quasi ein Versuch das von anderen als Defizit wahrgenommene äußerliche Merkmal durch den Charakter auszugleichen. Dieser Blick durch die Augen der anderen führe dazu, dass man die schönen Dinge an sich selbst nicht mehr wahrnimmt und sich außerdem „nie vollständig oder frei fühlt“, glaubt Thomas.

Das Verhalten ihres damaligen Partners habe sie auch deshalb so wütend gemacht, weil es kein Einzelfall sei. Menschen würden immer wieder wegen ihres Äußeren beurteilt und ihnen danach ein Wert zugemessen, sagt Thomas. Irgendwann seien Gedanken wie „Ich muss etwas verändern“ oder „Irgendwas muss man doch machen“ immer stärker geworden. Schließlich sei die Idee zu der Fotoaktion entstanden.

Eine andere Vorstellung von „normal“ entwickeln

Mit den Fotografen hat sie besprochen, dass die gezeigten Personen so natürlich dargestellt werden wie möglich. Anders als Teile der Body-Positivity-Bewegung geht es Thomas nicht darum, einen vermeintlichen Makel mit der Forderung, ihn lieben zu lernen, in den Vordergrund zu stellen. Vielmehr soll dieser als ganz „normaler“ Teil des Körpers gezeigt werden. So, das erhofft sie sich, ändert sich langfristig das Bild, das sich Menschen von ihren Mitmenschen machen, und sie sehen nicht mehr vor allem das, was vermeintlich nicht der Norm entspricht, sondern entwickeln im besten Fall einen neuen Begriff von dem, was normal für sie bedeutet.

Dabei geht es keinesfalls nur um das Thema Gewicht, betont Thomas. Es gebe vieles, das Menschen an ihrem Körper nicht mögen, ob eine krumme Nase, Sommersprossen, Schwangerschaftsstreifen oder krause Haare – praktisch jeder könne etwas nennen, auf das er oder sie gerne verzichten würde.

Zum Nachdenken anregen

Den Anspruch, man solle komplett mit sich zufrieden sein, hält Thomas allerdings für eine Überforderung. „Ich glaube nicht, dass es möglich ist, alles an sich zu lieben“, sagt sie. Aber sie wünscht sich, dass Menschen es schaffen, sich so akzeptieren und lieben zu lernen, dass „sie nicht auf die Validierung anderer angewiesen sind“. Vor allem aber sei es wichtig, sich von dem Urteil anderer nicht einschränken oder sich deshalb von ihnen schlecht behandeln zu lassen. Sie selbst sei jetzt an einem Punkt, an dem sie wisse, dass sie sich selbst viel wert ist.

Von der Ausstellung in Göttingen erhofft sich Thomas, dass sie zum Nachdenken anregt und den Menschen Kraft gibt, die glauben, dass sie nicht dem Schönheitsideal entsprechen. Den Teilnehmern jedenfalls habe die Fotoaktion gutgetan. „Für viele war es ein Befreiungsschlag.“

Von Nora Garben

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