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Der Norden Chemiewaffenreste: Mehr als 10.000 Granaten in der Heide vermutet
Nachrichten Der Norden Chemiewaffenreste: Mehr als 10.000 Granaten in der Heide vermutet
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09:44 30.11.2019
«Betreten verboten» steht auf dem Schild vor einem Zelt, in dem die Arbeiten zur Öffnung des Dethlinger Teiches erfolgen. Nach dem Fund von Resten chemischer Kampfstoffe im Grundwasser bei Munster wird der zugeschüttete Teich seit Mitte September geöffnet. Quelle: dpa
Munster

Weit mehr als 10.000 Granaten dürften im zugeschütteten Dethlinger Teich unweit von Munster verborgen sein. Das berichtete die „Böhme-Zeitung“ am Sonnabend über die dort laufende Suche nach Resten chemischer Kampfstoffe unter Berufung auf die Verantwortlichen des Heidekreises. „Wenn die Arbeiter an die Wand der Bohrung schauen, sehen sie nur Granaten“, zitierte das Blatt den zuständigen Fachmann des Kreises, Friedrich-Wilhelm Otte. Die Zahl gelte allein für den Bereich rund um die laufende Grabung.

„Der Landkreis wird das allein nicht stemmen können“, sagte nach dem Bericht der erste Kreisrat Oliver Schulze. Schon jetzt müsse nachfinanziert werden, hieß es weiter. Die 3,6 Millionen Euro von Land und Kreis für die Probeerkundung seien aufgebraucht. Die Verwaltung rechne damit, dass weitere 1,6 Millionen Euro nötig seien, um die zunächst vorgesehene Tiefe von sechs Metern zu erreichen.

Könnte größte Altlast chemischer Kampfstoffe sein

„1006 Granaten wurden bis Donnerstag geborgen“, sagte eine Sprecherin des Kreises. Alle bisher gefundenen Granaten seien zwar mit chemischen Kampfstoffen gefüllt gewesen, hätten aber keinen Zünder gehabt. Im September war der Teich geöffnet worden. Experten sollen prüfen, welche Gefahren von dort ausgehen. Die Erkundung des Schachtes werde wegen der vielen Funde nicht wie zunächst geplant im Dezember beendet sein, hatte der Kreis unlängst mitgeteilt.

Es könnte eine der bundesweit größten Altlasten chemischer Kampfstoffe sein, hieß es von den Verantwortlichen im September. Die Gesamtsanierung könne noch Jahre dauern und mehr als 50 Millionen Euro kosten, sagte Landrat Manfred Ostermann (parteilos). Im Grundwasser waren zuvor unter anderem Abbauprodukte von Lost gefunden worden, also Senfgas. Nach 1945 wurden in dem Teich Wehrmachtsmunition und andere Funde versenkt. Was aber genau dort liegt, ist nicht bekannt.

Von RND/lni

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