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Der Norden Fehlende Lokführer – wie schwer trifft es Hannover?
Nachrichten Der Norden Fehlende Lokführer – wie schwer trifft es Hannover?
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06:00 01.06.2019
Die Nord-West-Bahn wird ihre blauen Züge in drei Jahren auch in Hannover einsetzen. Quelle: dpa
Hannover

Die Nord-West-Bahn musste am Freitag im Verkehr der Regio-S-Bahn Niedersachsen/Bremen Verbindungen streichen, weil nicht genug Lokführer im Dienst waren. Ähnliches zeichnete sich für das gesamte Wochenende ab. Es war nicht der erste Vorfall dieser Art. Die Osnabrücker übernehmen in drei Jahren auch die S-Bahn Hannover, die dann ihr größtes Netz sein wird. „Die Vorbereitungen im Bereich Personal laufen bereits“, sagt Sprecher Steffen Högemann.

Häufiger Störungen durch Personalmangel

Zugausfälle wegen fehlender Lokführer hatte es bei der Regio-S-Bahn bereits Anfang des Jahres gegeben. 2018 beklagten Fahrgäste Störungen bei der Lammetalbahn im Bereich Hildesheim, die ebenfalls zur Nord-West-Bahn gehört. Auch der Metronom war auf der Strecke zwischen Hamburg und Cuxhaven betroffen. Der Grund jeweils: Personalmangel.

Für die aktuellen Probleme macht Högemann zum einen einen neuen Tarifvertrag verantwortlich, der Lokführern mehr Urlaubstage zugesteht. Zum anderen hätten im Fern- und Güterverkehr tätige Konkurrenten zuletzt Personal abgeworben, das nicht so schnell habe ersetzt werden können.

„Ausfälle haben Grenzen des Erträglichen erreicht“

Lokführer ist nach Einschätzung von Karl-Peter Naumann, Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn, derzeit ein Mangelberuf; damit hätten alle Eisenbahnunternehmen zu kämpfen. „Mittlerweile jagen sie sich mit Prämienzahlungen gegenseitig Personal ab“, schildert er. Bei der Nord-West-Bahn hätten die Zugausfälle aber die Grenze des Erträglichen erreicht. Die Osnabrücker, die auch in den Regionen Weser-Ems, Münsterland, Ostwestfalen und Niederrhein-Ruhr Strecken betreiben, seien schnell gewachsen und hätten dafür nicht ausreichend Triebfahrzeugführer rekrutiert oder ausgebildet. „Vielleicht liegt es auch an der Gehaltshöhe“, sagt Naumann.

Letzterem widerspricht Högemann: „Die Tarifverträge sind zwar nicht immer deckungsgleich, ähneln einander aber sehr stark“. Die Nord-West-Bahn werbe für den Beruf, schreibe Stellen aus und engagiere sich auch in der Ausbildung. Im Frühjahr würden 25 Nachwuchskräfte zur Verfügung stehen.

Ausbildung für Hannover beginnt

Den S-Bahn-Betrieb in Hannover hatte die Nord-West-Bahn in einem Ausschreibungsverfahren der Regionaltochter der Deutschen Bahn abgenommen und wird ihn mit eigenen Zügen spätestens Mitte Juni 2022 übernehmen. Für den Betrieb werden mehr als 200 Triebfahrzeugführer benötigt. „Kollegen von DB Regio werden zu uns wechseln“, sagt Högemann. Zusätzlich bereite sich die Nord-West-Bahn aber bereits jetzt auf die Übernahme vor, indem sie speziell zu diesem Zweck zusätzliche Ausbildungslehrgänge ausgeschrieben habe. „Sie sind stark nachgefragt“, erklärt er. Ein Lehrgang dauert zehn Monate. Danach verdienten die Berufseinsteiger 3100 Euro brutto monatlich plus Zulagen. „Wer als Lokführer zu uns kommt, wählt einen krisenfesten Beruf bis zur Rente“, wirbt Högemann. Daran, dass Züge künftig autonom und ohne Fahrer unterwegs sein werden, glaubt er nicht.

Von Bernd Haase

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