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Der Norden Blutspendedienst warnt vor Engpässen bei der Versorgung
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DRK-Blutspendedienst warnt vor Engpässen bei der Versorgung

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08:00 22.11.2020
Blutspende-Aktion in der Wedemark (Region Hannover): Spenderblut ist auch in der Corona-Pandemie wichtig. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
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Springe

Die Patientenversorgung mit Blut könnte wegen ausfallender Spenden in der Corona-Pandemie zu einem Engpass in Niedersachsen und Bremen führen. „Die Lagerbestände haben sich deutlich reduziert“, teilte der DRK-Blutspendedienst in Springe auf Anfrage mit. „Aktuell sind die Puffer aufgebraucht und wir befinden uns an der Untergrenze der Versorgungsfähigkeit“, sagte Sprecher Markus Baulke.

Nach aktuellen Zahlen des Blutspendedienstes fielen coronabedingt in diesem Jahr bisher rund 12,5 Prozent der Spendetermine aus. Die Einrichtung verzeichnet bisher einen Rückgang von 20 000 Blutspenden gegenüber dem Vorjahr. Der Rückgang liegt laut Baulke aber nicht an einer gesunkenen Spendenbereitschaft. Aus Sicht des Blutspendedienstes führen neue Beschlüsse und Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Infektionen vielerorts zu Verunsicherungen und Missverständnissen. Die Folge sind Absagen von Spendeterminen.

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Covid-19-Genesene gesucht

Die DRK-Einrichtung betont, dass auch in Zeiten des Coronavirus und steigender Infektionszahlen täglich Blutspenden benötigt werden. Die aktuellen Maßnahmen schränkten die Abgabe nicht ein, es gebe strenge Sicherheitskonzepte und kein größeres Risiko. Es fehlten aber nicht nur die nötigen Helfer, sondern auch die Räumlichkeiten in den Gemeinden.

Im ersten Lockdown im Frühjahr benötigten die Kliniken laut Blutspendedienst rund 30 Prozent weniger Präparate. Daher hatte das reduzierte Terminangebot in dieser Zeit keine Auswirkungen auf die Versorgung. Seit Mai gebe es aber wieder einen stark erhöhten Bedarf, sagte DRK-Sprecher Baulke. Derzeit zähle jede Spende, um einen Engpass zu vermeiden. Die Spendebereitschaft selbst war ihm zufolge zu Beginn der Pandemie im März überdurchschnittlich hoch. Seit August bewege sie sich auf dem Niveau des Vorjahres.

Unterdessen sucht der Blutspendedienst nach Menschen, die eine Covid-19-Infektion mit deutlichen Symptomen durchgemacht haben. Antikörper nach einer überstandenen Infektion schützten in den meisten Fällen vor einer erneuten Infektion und könnten durch Plasmaspenden anderen Erkrankten helfen.

Von RND/lni