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Corona: Niedersachsen ist bundesweit Schlusslicht bei der Impfquote

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19:19 05.01.2021
Niedersachsen kommt mit den Impfungen gegen das Coronavirus bisher nur schleppend voran. Quelle: Sven Hoppe/dpa
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Hannover

Niedersachsen ist bisher beim Impfen gegen das Coronavirus langsamer als die anderen Bundesländer, will aber schnell aufholen. Nach Daten des Robert Koch-Instituts hatten bis Dienstag landesweit 8665 Menschen die Schutzimpfung erhalten. Das waren 1,1 Impfungen pro 1000 Einwohner – kein anderes Bundesland hatte eine so geringe Quote.

Niedersachsen werde schnell an das Niveau der anderen Bundesländer anschließen, kündigte am Dienstag die Vize-Chefin des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder, an. Nachdem am Montag 3271 Menschen geimpft wurden, solle auf diesem und einem weiter erhöhten Niveau in den kommenden Tagen weiter geimpft werden.

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Wie hoch ist die Impfquote in anderen Bundesländern?

Zum Vergleich: In Bayern etwa wurden bereits 77.876 Frauen und Männer geimpft (Quote: 5,9), in Nordrhein-Westfalen 62.692 (Quote: 3,5). Das Nachbarland Sachsen-Anhalt verzeichnet bisher 15.628 Impfungen und eine Quote von 7,1 pro 1000 Einwohner. Im Bremen waren es bis Dienstag 2653 Geimpfte und eine Quote von 3,9.

Zahlreiche weitere niedersächsische Landkreise wie Goslar oder Northeim starteten am Dienstag mit mobilen Teams in Alten- und Pflegeheimen und berichteten von „einem erfolgreichen Impfstart“. Schröder begründete den Rückstand damit, dass in Niedersachsen die Impfzentren in Etappen und nicht alle zugleich die Arbeit aufgenommen haben.

Von einem komplett verstolperten Impfstart sprachen die Grünen. „Es hat fast eine Woche gedauert, bis der bereits vorhandene Impfstoff in allen Landkreisen angekommen ist, warum das?“, sagte Grünen-Landeschef Hans-Joachim Janßen. „So viel Bräsigkeit der Landesregierung beim Schutz der besonders gefährdeten älteren und pflegebedürftigen Menschen dürfen wir uns nicht leisten. Das muss deutlich schneller gehen.“

Hohe Impfbereitschaft in den Heimen

Unterdessen hofft Niedersachsen bereits von der kommenden Woche an, auch den Corona-Impfstoff von Moderna einsetzen zu können, dessen Zulassung unmittelbar erwartet wird. Unklar sei aber noch, wie viele Moderna-Impfdosen Niedersachsen erhalten wird, sagte Schröder. Nach der verzögerten Anlieferung des Biontech/Pfizer-Impfstoffs hofft Niedersachsen in den kommenden vier Wochen, alle Heimbewohner, die dies wünschen, impfen zu können. Die Impfbereitschaft in den Heimen sei mit 80 bis 90 Prozent hoch. Danach und damit später als ursprünglich geplant sollen die Impfungen in den 50 Impfzentren des Landes für Menschen über 80 Jahre beginnen.

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Mit großen Fortschritten bei der Impfkampagne und einer Entlastung in der Corona-Krise rechnet Schröder erst, wenn wöchentlich stabil über 100.000 Impfdosen in Niedersachsen eintreffen, und zwar neben den besonders kühlbedürftigen Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna auch weitere, die über die Arztpraxen eingesetzt werden können.

Viele Menschen informierten sich zwischenzeitlich bereits über die Impfmöglichkeiten, sagte Schröder. Täglich gebe es 13.000 bis 15.000 Anrufe an der Hotline, an der im Moment 100 Mitarbeiter eingesetzt sind. Für die Impfkampagne ständen inzwischen mehr als 2000 freiwillige Ärztinnen und Ärzte bereit, es hätten sich auch viele Helfer gemeldet.

61 neue Corona-Todesfälle an einem Tag

Mit belastbaren Zahlen zur weiteren Ausbreitung der Pandemie nach den Feiertagen werde ab dem 13. Januar gerechnet, betonte die Vize-Chefin des Krisenstabs. Gerechnet wird mit höheren als den momentanen Zahlen, die bereits beunruhigend seien. So wurden in Niedersachsen innerhalb eines Tages weitere 61 Corona-Todesfälle gemeldet. Außerdem gab es binnen 24 Stunden 672 Neuinfektionen. Damit sank der Inzidenzwert im Landesdurchschnitt auf 91,6 - so viele Menschen pro 100.000 Einwohner steckten sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Virus an. Damit lag Niedersachsen unter dem Bundesdurchschnitt von 134,7 am Dienstag.

Ab einem Wert von 50 gilt eine Region als Corona-Risikogebiet. In Niedersachsen besonders betroffen waren die Stadt Delmenhorst mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von 168,9, die Grafschaft Bentheim (157,7) sowie der Landkreis Gifhorn (148,4). Seit Beginn der Pandemie starben landesweit 2108 Menschen an oder mit dem Coronavirus. Bundesweit sind es inzwischen 35.518 Covid-19-Todesfälle.

Von RND/dpa