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Der Norden „Seute Deern“-Bergung unterbrochen
Nachrichten Der Norden „Seute Deern“-Bergung unterbrochen
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20:50 21.09.2019
Die Bergung für die "Seute Deern" musste unterbrochen werden. Quelle: Str/dpa
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Bremerhaven

Die Bergung des gesunkenen Museumsschiffs „Seute Deern“ ist am Samstagabend vorübergehend abgebrochen worden. Es habe zunächst gut ausgesehen, doch sei das Schiff bei der Bergungsaktion in Bremerhaven schließlich wieder abgesackt, sagte eine Sprecherin des Deutschen Schifffahrtsmuseums. „Es ist mehr Wasser in das Schiff eingedrungen, als durch die Pumpen wieder herausbefördert werden konnte.“

Am späten Abend sollte das Technische Hilfswerk weitere Pumpen liefern, damit die Bergung am Sonntag fortgesetzt werden kann. In der Nacht werde die zusätzliche Logistik aufgebaut und erst am Sonntag die eigentliche Bergung fortgesetzt, sagte die Sprecherin.

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Wasser wird aus der «Seute Deern» gepumpt. Quelle: Str/dpa

„Seute Deern“-Bergung „nichts Alltägliches“

Die Bergungsaktion war am Samstagmittag gestartet worden. Wasser werde seit einigen Minuten vorsichtig aus dem Rumpf des Schiffes abgepumpt, hatte Thomas Joppig, Pressesprecher des Deutschen Schifffahrtsmuseums, um kurz vor 16 Uhr erklärt. So sollte der Traditionssegler Auftrieb bekommen und Stück für Stück gehoben werden. Zuvor hatten Taucher Kanäle unter das Schiff gespült und dort Leinen hindurchgeführt, an denen Luftsäcke zum Anheben des Schiffs befestigt wurden.

Ungewöhnlicher Anblick im Hafen von Bremerhaven.

Die 100 Jahre alte Bark war Ende August nach einem Wassereinbruch auf den Grund des Hafenbeckens gesackt. Die Hebung war ursprünglich für vergangenen Donnerstag geplant, hatte sich aber wegen der technisch schwierigen Vorbereitung verzögert. „So ein Schiff wie die "Seute Deern" zu bergen, ist nichts Alltägliches“, beschrieb der Projektleiter die Herausforderung. Eine Schiffsbergung sei nie hundertprozentig berechenbar. „Ich habe heute Nacht unruhig geträumt und bin drei Mal aufgewacht“, schilderte Kröger. Natürlich sei man vor so einen Ereignis angespannt.

Zukunft der „Seute Deern“ ungewiss

Vom Erfolg der Bergung hängt auch ab, was in Zukunft aus der „Seute Deern“ wird, wie Projektleiter Kröger sagte. Eigentlich soll die Bark saniert werden. Dafür haben der Bund, das Bundesland Bremen und die Stadt Bremerhaven 30 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Für die Hebung musste kurzfristig eine weitere Million Euro aufgetrieben werden.

Vor der Entscheidung über die Zukunft muss aber der jetzige Notfall behoben werden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die „Seute Deern“ abgewrackt werden muss. Allerdings hoffen das Museum und die Stadt Bremerhaven darauf, sie zu erhalten. Der Dreimaster gilt als Wahrzeichen der Stadt. Er wurde vor seinem Absacken als Restaurant genutzt und gehört zu den wichtigsten Schaustücken des Deutschen Schifffahrtsmuseums. „Das Schiff ist Teil der Seele unserer Stadt“, hatte Andree Krakow, ein technischer Berater, bei der Beratung gesagt.

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Von RND/dpa