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Der Norden Braunschweig: Bündnis-gegen-Rechts-Sprecher erneut Ziel einer Attacke
Nachrichten Der Norden Braunschweig: Bündnis-gegen-Rechts-Sprecher erneut Ziel einer Attacke
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15:53 18.10.2019
Symbolbild Quelle: Friso Gentsch
Braunschweig

Gegen den Sprecher des „Bündnis gegen Rechts“ in Braunschweig, David Janzen, hat es in den vergangenen Tagen nach seinen eigenen Angaben mehrere Angriffe gegeben. An die Eingangstür seines Wohnhauses sei eine rote Flüssigkeit gespritzt worden, sagte Janzen am Freitag. Beim Öffnen des Briefkastens sei eine Säure ausgetreten, die bei ihm und einer Polizistin zu Augen-, Haut- und Atemreizungen geführt habe. Zudem seien verschiedene Aufkleber rechter Gruppe am Haus angebracht worden. Die Grünen forderten nach den Angriffen ein stärkeres Eingreifen des Staates gegen den Rechtsextremismus.

Die Polizei ermittle wegen Sachbeschädigung und des Verdachts der Körperverletzung, sagte Sprecherin Carolin Scherf dem epd: „Wir können derzeit einen politischen Hintergrund nicht ausschließen, ermitteln aber in alle Richtungen.“ Nach den Vorfällen bewerteten die Sicherheitsbehörden die neue Situation und zeigten als erste Maßnahme mehr Präsenz.

Janzen sagte, er sei immer wieder Ziel von Gewalt- und Morddrohungen. „Heute Walter, morgen Janzen“, habe ein bekannter Braunschweiger Rechtsextremist im Internet in Anspielung auf den von einem Rechtsextremisten ermordeten Kasseler Polizeipräsidenten Walter Lübcke (CDU) gepostet. Im Juni hatten Janzen zufolge Unbekannte „Wir töten dich! Janzen“ an die jetzt beschmutzte Eingangstür geschrieben.

Der Bündnissprecher forderte ein konsequenteres Vorgehen der Ermittlungsbehörden gegen anhaltende Bedrohungen durch Neonazis. Kaum habe die Polizei ihre Schutzmaßnahmen heruntergefahren und die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung eingestellt, fühlten sich die Neonazis ermuntert, „ihre Attacken gegen mich fortzuführen“.

Unterstützung erhält Janzen dabei von der Grünen-Landtagsabgeordneten Julia Hamburg: „Die Übergriffe gegen David Janzen und das Bündnis gegen Rechts bedrohen die Zivilgesellschaft“, sagte sie am Freitag. Die Ermittlungsbehörden hätten viel zu lange bei rechtsextrem motivierten Taten Nachsicht geübt oder auf Einsicht gehofft. Nach den Morddrohungen und dem Psychoterror müsse die Eskalation der Gewalt durch Rechtsextreme gestoppt werden. „Die Nazis für ihr verfassungsfeindliches und menschenverachtendes Verhalten nicht in die Schranken zu weisen, ermutigt Täter und deren Umfeld.“

Von epd/jos/RND

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