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Der Norden Wettlauf gegen Borkenkäferplage hat begonnen
Nachrichten Der Norden Wettlauf gegen Borkenkäferplage hat begonnen
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18:50 06.03.2019
Ein Feind der Wälder? Der Borkenkäfer Quelle: dpa
Hannover

In den niedersächsischen Wäldern droht eine Borkenkäferplage. Das Land will nun verstärkt gegen die Insekten vorgehen, die vor allem Fichten gefährlich werden können. In diesem Jahr soll es auch in Umweltschutzgebieten erlaubt sein, ohne Pause Bäume zu fällen und zu beseitigen. Normalerweise dürfen in sogenannten Natura-2000-Gebieten zwischen März und Ende August nur mit einer Ausnahmegenehmigung Bäume gefällt werden, damit schützenswerte Tierarten nicht gestört werden.

Nach dem Willen des Umweltministeriums sollen die Forstarbeiter nun ohne Unterbrechung weiterarbeiten, damit vor allem Alt- und Totholz aus den Waldgebieten entfernt werden kann. Auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in den Gebieten soll unter bestimmten Umständen gestattet sein, teilte das Ministerium mit.

„Frederike“ tobte im Wald

In den Wäldern sind noch immer die Schäden des heftigen Sturms „Frederike“ vom vergangenen Jahr zu sehen. Auch die lange Trockenheit des Sommers hatte den Bäumen zugesetzt. Beides führt zu optimalen Bedingungen für die Vermehrung des Borkenkäfers. „Daher wird von einer sehr hohen Ausgangspopulation im Frühjahr 2019 ausgegangen“, teilte das Umweltministerium mit. Es empfiehlt den Landkreisen, Genehmigungen zu erteilen, um den Borkenkäfer intensiver bekämpfen zu können. „Naturschutzbehörden sollen jetzt Genehmigungen in vereinfachten Verfahren erteilen“, sagt Justina Lethen vom Umweltministerium.

Die Landesforsten begrüßen den Vorstoß. Der Borkenkäfer, der hauptsächlich Fichten befällt, habe mit den trockenen und warmen Bedingungen des vergangenen Jahres perfekte Voraussetzungen zum Überwintern gefunden, erklärt Sprecher Mathias Aßmann. „Wir rechnen damit, dass es in diesem Jahr sehr viele Borkenkäfer geben wird.“ Da eine große Zahl Bäume sich von dem trockenen Sommer noch nicht ausreichend erholt hätten, seien deren eigene Abwehrkräfte geschwächt. So können Fichten zum Beispiel nicht genug Harz produzieren, um Käfer abzuhalten.

Ab April und bei etwa 15 Grad und weniger kalten Nächten bohren sich die Männchen in die Baumrinden ein und setzen einen Lockstoff ab, der die weiblichen Käfer anlockt. Nach sechs Wochen schlüpfen dann neue Käfer. „Wir müssen schon die erste Generation abfangen“, sagt Aßmann. Frisch befallene Bäume müssten so schnell wie möglich gefällt und aus dem Wald gebracht werden. Außerdem könnten Pflanzenschutzmittel eingesetzt und Fallen aufgestellt werden. „Wir bereiten uns auf das Schlimmste vor.“

Der Waldbesitzerverband sieht seine Ernte bedroht. Schon 2018 seien die Erträge mit Fichtenholz schlecht gewesen. „Wir hoffen, dass es noch einmal kalt und nass wird, sodass die Plage ausbleibt“, sagt Sprecherin Petra Sorgenfrei. Dann würden die Käfer von Pilzen befallen und getötet. Andernfalls gebe es ein „ziemliches Dilemma“, denn „wo ein befallener Baum stehen bleibt, können im Jahr 8000 dazu kommen“, sagt Sorgenfrei. Für die Waldwirtschaft wäre das eine Katastrophe. 17 Prozent des Waldbestandes in Niedersachsen sind Fichten.

Die Freigabe des Ministeriums, auch in Naturschutzgebieten Bäume fällen und Alt- und Totholz entfernen zu dürfen, sieht der BUND kritisch. „Die Empfehlung ist uns zu pauschal und allgemein formuliert“, sagt Sprecherin Tonka Mannstedt. Natura-2000-Gebiete seien für die natürliche Waldentwicklung gedacht, und dort sollte sich die Natur auch selbstständig entwickeln dürfen. „Die Entnahme von Alt- und Totholz ist für viele Arten schwerwiegend“, sagt Mannstedt. Viele Tiere, vor allem Insekten, seien darauf angewiesen.

Justina Lethen vom Umweltministerium widerspricht. Der Borkenkäfer sei „der Feind der Wälder“ und würde andere Insekten sowie viel Holz fressen. „Diesen Schädling will man nicht haben.“ Im Harz gebe es Raum, in denen der Borkenkäfer sich verbreiten dürfe. Dabei werde aber extra darauf geachtet, dass die Teile durch eine Schneise von wirtschaftlich genutzten Gebieten getrennt werden, damit die Käfer nicht übersiedeln.

Von Lisa Neugebauer

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