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Der Norden Hobbyimker in Angst: Tödliche Bienenseuche bedroht Völker im Raum Osnabrück
Nachrichten Der Norden Hobbyimker in Angst: Tödliche Bienenseuche bedroht Völker im Raum Osnabrück
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00:22 27.05.2019
Angst vor der Amerikanischen Faulbrut: In Bramsche, Alfhausen und Ankum müssen alle Biennevölker untersucht werden. Quelle: Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Osnabrück

Im Landkreis Osnabrück ist die Bienenseuche Amerikanische Faulbrut ausgebrochen. Der Kreis legte für Bramsche, Alfhausen und Ankum einen Sperrbezirk fest, sagte ein Kreissprecher am Freitag. Die Krankheit gilt in Deutschland als anzeigepflichtige Seuche, ein entsprechender Sperrbezirk muss mit mindestens einem Kilometer Radius um den betroffenen Bienenstand eingerichtet werden. Bienenhalter müssen ihre Bienenstände dem Landkreis melden. Einen Überblick, wie viele Imker es in dem Bereich gebe, habe der Landkreis nicht, sagte der Sprecher. „Das ist in letzter Zeit zu einem beliebten Hobby geworden.“ Jeder könne heute Bienen halten und die Völker zum Beispiel online bestellen.

Amerikanische Faulbrut: Sperrbezirk in Bramsche, Alfhausen und Ankum

Die Amerikanische Faulbrut könne ganze Bienenvölker vernichten, sagte der Sprecher des Landkreises. Es handelt sich dabei um eine bakterielle Blutkrankheit der Honigbiene, die für Larven tödlich ist, während sie für erwachsene Bienen, andere Tiere und Menschen nicht gefährlich ist. Übertragen wird die Krankheit etwa, wenn kontaminierter Honig an ein gesundes Bienenvolk verfüttert wird oder wenn mit dem Bakterium infizierte Bienen mit einem fremden Bienenvolk in Kontakt kommen – durch Verflug einzelner Bienen oder durch gezielte Räuberei.

Für Imker in Hannover gibt Jürgen Frühling, Vorsitzender des Landesverbandes Hannoverscher Imker, Entwarnung: „Die Ausbreitung ist nicht rasant.“ Die Bakterien aus dem Kreis Osnabrück könnten die Landeshauptstadt nur dann erreichen, wenn befallene Bienenvölker dorthin gebracht werden würden.

Im Kreis Osnabrück müssen die Amtsveterinäre nun alle Bienenvölker und Bienenstände im Sperrbezirk untersuchen. „Die Besonderheit und das Gute an der Bekämpfung ist, dass man die Bienen nicht töten muss“, sagt Frühling. Lediglich Brut und Waben würden vernichtet. Während früher zudem alle Bienen durch Abschwefeln getötet werden mussten, haben Imker heute die Möglichkeit, die Bienenstände mit dem sogenannten Kunstschwarmverfahren zu desinfizieren. Dabei werde das Bienenvolk aus dem infizierten Wabenbau in eine neue Beute gefegt, sodass die bisherige Beute gereinigt werden könne.

„Seuchenwachs“ und Fütterverbot für Honig: Auflagen für Imker

Die Imker müssen Auflagen beachten. Unter anderem darf Wachs nur an Betriebe mit einer Entseuchungseinrichtung mit der Kennzeichnung „Seuchenwachs“ abgegeben werden. Honig aus dem Sperrgebiet darf außerdem nicht an Bienen verfüttert werden, für Menschen ist er aber ungefährlich.

Von Elmar Stephan und Johanna Stein