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Der Norden Anzahl der Praxistage an Gymnasien steigt von zehn auf 25
Nachrichten Der Norden Anzahl der Praxistage an Gymnasien steigt von zehn auf 25
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10:53 16.10.2018
Mehr als nur ein Praktikum: Schüler in Niedersachsen sollen künftig mehr Berufsorientierung vermittelt bekommen. Quelle: dpa
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Hannover

Was soll ich werden? Angesicht von rund 330 Ausbildungsberufen und mehr als 6000 möglichen Studiengängen sei diese Frage für Schüler immer schwieriger zu beantworten, sagt Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Deshalb wird jetzt Berufsorientierung auch im Lehrplan der Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen stärker verankert. Die Zahl der verpflichtenden Praxistage steigt von zehn auf 25. Dabei bleibt es den Schulen selbst größtenteils überlassen, in welchen Jahrgängen und für welche Projekte sie diese einsetzen. Das können Besuche in Firmen oder bei Ausbildungsmessen, Zukunftstage, Kompetenzanalysen und Praktika sein.

Verpflichtend ist jetzt ein zweiwöchiges Praktikum in Jahrgang 11. Bei Bedarf kann an Gymnasien ein weiteres Praktikum in der 9. oder 10. Klasse eingeführt werden, möglicherweise kann auch für Schüler, die nach der 10. Klasse die Schule verlassen wollen. In der Oberstufe kann ein zweites Praktikum an einer Hochschule oder mit Schwerpunkt duales Studium stattfinden. An einer IGS seien frühere Praktika meist in den Jahrgängen 8 oder 9 vorgeschrieben.

Alle Schüler sollen ihre Stärken und Fähigkeiten in einem Kompetenzfeststellungsverfahren kennenlernen. Lehrer könnten das Verfahren „Profil AC“ nutzen, das an Haupt- und Realschulen in Niedersachsen bereits erfolgreich eingesetzt werde, sagte Tonne am Montagabend vor Journalisten in Hannover. Möglich sei eine entsprechende Potzenzialanalyse bereits für Siebtklässler.

Berufsorientierung sei nicht nur die Aufgabe der Politiklehrer, betonte der Minister, sondern ziehe sich durch alle Fächer. Das Land stelle für die Schulen insgesamt 1000 Anrechnungsstunden zur Verfügung, damit sie einen jeweils Lehrer als Obmann für berufliche Orientierung benennen können. Betriebe wüssten oft nicht, an wen sie sich wenden sollten, sagte Tonne. Wenn jede Schule einen Ansprechpartner für Berufsorientierung habe, sei auch die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern einfacher. Weitere Unterstützung für die Schulen könnten auch entsprechende Fachberater der Landesschulbehörde leisten.

Von Saskia Döhner