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Der Norden Bauern protestieren mit 3500 Treckern in Hamburg gegen Umweltpolitik
Nachrichten Der Norden Bauern protestieren mit 3500 Treckern in Hamburg gegen Umweltpolitik
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15:42 14.11.2019
Landwirte stehen mit ihren Traktoren nach einer Sternfahrt in der Hamburger Innenstadt. Tausende haben an der Demonstration am Donnerstag teilgenommen.  Quelle: Axel Heimken/dpa
Hamburg/Uelzen

Auf ihrer Herbsttagung in Hamburg beraten die Umweltminister der Länder am Donnerstag und Freitag über den Klimaschutz und das Agrarpaket des Bundes. Dabei geht es um strengere Regeln zum Umwelt- und Insektenschutz. Die Bundesregierung plant unter anderem ein Verbot des umstrittenen Unkrautgifts Glyphosat Ende 2023. Der Einsatz von Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmitteln soll insgesamt stark eingeschränkt werden. Viele Bauern lehnen die Maßnahmen ab. Tausende Landwirte sind deswegen am Donnerstag in einem Trecker-Korso zum Tagungsort der Minister gefahren, um eine Resolution mit ihren Forderungen zu überbringen.

Die Bauern fühlen sich als Buhmänner der Politik und der Öffentlichkeit. Die negative Stimmungsmache - das «Bauern-Bashing» - führe zu Ärger und Frust. «Viele Bauern werden regelrecht gemobbt. Das trifft vor allem unsere Kinder und Familien», sagte Dirk Andresen, Sprecher der bundesweiten Bewegung «Land schafft Verbindung - Wir rufen zu Tisch», die zu der Demo aufgerufen hat. Die Landwirte wollten sich ökologischen Maßnahmen nicht verschließen, sie bräuchten dafür aber einen ökonomischen Ausgleich. «Wenn immer weitere Verschärfungen kommen, dann sieht es schlecht aus für uns, und die regionale Landwirtschaft wird auf Dauer verschwinden», sagte Andresen.

Polizei lobt Disziplin der Bauern 

Bauern aus ganz Norddeutschland waren deswegen am Donnerstag mit rund 3500 Traktoren zu einem Protest nach Hamburg gefahren. Die Verkehrsbehinderungen seien geringer als erwartet gewesen, sagte Polizeisprecher Timo Zill. Viele Pendler hätten sich auf den Protest eingestellt und seien eher losgefahren oder auf die Bahn umgestiegen. Der Polizeisprecher lobte auch das disziplinierte Verhalten der Landwirte.

Auf dem Gänsemarkt ganz in der Nähe des Tagungshotels der Umweltministerkonferenz hätten sich bis zum Mittag rund 2500 Kundgebungsteilnehmer versammelt. Es gebe aber noch Zulauf.

Die eigentliche Herausforderung für die Polizei werde nach der Kundgebung am Nachmittag kommen, wenn sich die Bauern auf den Heimweg machten, sagte Zill. Dann würden die Landwirte nicht mehr alle in Konvois fahren, sondern zumindest zum Teil individuelle Routen wählen.

Auch aus Uelzen machten sich etwa 60 Landwirte mit ihren Traktoren auf den Weg nach Hamburg.

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Von RND/dpa

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