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Der Norden Warum Lehrer Vorbilder sein müssen
Nachrichten Der Norden Warum Lehrer Vorbilder sein müssen
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13:00 02.06.2019
Wie wird man ein starker Lehrer? Die Oldenburger Ausbilder Ulrich Neels (li.) und Heinz Kaiser vom Bundesarbeitskreis der Seminar- und Fachleiter fordern, neue Wege in der Referendarsausbildung zu gehen. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

„Lehrer sind Vorbilder“, sagt Heinz Kaiser (63), Vorsitzender des Bundesarbeitskreises der Seminar- und Fachleiter (BAK) in Niedersachsen, „heute mehr denn je.“ Schließlich käme den Pädagogen in der Schule eine immer wichtigere Rolle zu, da Eltern zusehends mit der Erziehung überfordert seien.

Referendare müssten in ihrer Ausbildung nicht nur lernen gut zu unterrichten, sondern eine starke Lehrerpersönlichkeit entwickeln, meint der Leiter des Studienseminars für das Lehramt an berufsbildenden Schulen in Oldenburg. Bei einem Fachtag am Gymnasium Limmer in Hannover haben rund 80 Ausbilder aus dem ganzen Land über neue Wege dahin diskutiert.

Lehrer in den Schlagzeilen taugen oft nicht als Vorbild

„Den geborenen Lehrer gibt es nicht“, stellt Ulrich Neels (65), BAK-Schatzmeister und bis vor Kurzem stellvertretender Leiter des Oldenburger Seminars für das Lehramt an Gymnasien, klar. Sehr wohl gebe es aber unterschiedliche Charaktere: den Vermeidertypen zum Beispiel oder denjenigen, der für alles offen sei und gern Neues probiere.

Die Lehrer, die in den Schlagzeilen landeten, seien oft alles andere als Vorbilder, ergänzt Kaiser. Die Soltauer Mathematik- und Physiklehrerin etwa, die mit einer falschen Krankmeldung mit ihrer Tochter ins Dschungelcamp nach Australien flog, anstatt zu unterrichten, und die jetzt ihren Beamtenstatus verloren hat. Oder der Mathematiklehrer aus Bremen, der sich verrechnete und die Klausuren seiner Abiturienten eine halbe Stunde zu früh einsammelte.

„Lehrer müssen Haltung zeigen“, fordert Neels. Das habe der Streit um das Lehrermeldeportal der AfD gezeigt. Wenn Schüler im Unterricht menschenverachtende Positionen verträten, müssten Pädagogen dazu Stellung nehmen.

Zu viele Themen für 18 Monate Ausbildung?

Vielfalt im Klassenzimmer, sprachsensibler Unterricht, also Unterricht, den auch Kinder verstehen, die nicht so gut Deutsch sprechen, Berufsorientierung, Inklusion, Digitalisierung – all das sollen Referendare lernen. „Das ist wie eine Presswurst“, sagt Ulrich Neels, ehemaliger stellvertretender Seminarleiter des Studienseminars für das Lehramt an Gymnasien in Oldenburg. „Da ist immer mehr hinzugekommen, aber das Referendariat hat man sogar noch verkürzt.“

Nominell absolvierten Referendare zwar eine 18-monatige Vorbereitungszeit, effektiv blieben durch Prüfungen und andere Vorgaben aber nur 14 Monate Zeit. Viel zu wenig sei digitales Lernen bisher Thema im Studienseminar, bemängelt der Bundesarbeitskreis der Seminar- und Fachleiter, dem in Niedersachsen rund 210 Mitglieder angehören. „Wir haben das schon seit 2017 immer wieder angemerkt“, sagt der BAK-Vorsitzende Heinz Kaiser. Aber vonseiten des Kultusministeriums komme nur, man arbeite daran und werde sich melden.

Der Ausbilder als Coach

Entwickeln Referendare eine stärkere Persönlichkeit, wenn sie von ihren pädagogischen Ausbildern nicht mehr benotet, sondern nur noch gecoacht werden? In Nordrhein-Westfalen versucht man das. Beim Fachtag der Ausbilder am Gymnasium Limmer stellten Referenten aus Gelsenkirchen und Münster dieses Modell vor. „Ein interessanter Ansatz“, findet Kaiser. Ob das auch für Niedersachsen tauge, müsse sich zeigen.

„Lehrer als Einzelkämpfer hat ausgedient“

„Unter Druck verfallen viele Lehrer schnell in alte Muster“, sagt der BAK-Vorsitzende. Dass Schüler in einem angstfreien Raum lernen sollten, dass die Kinder im unterschiedlichen Tempo lernen, werde dann vergessen. Oder es werde nur für die Arbeit oder die Prüfung unterrichtet, aber eben nicht nachhaltig. „Der Lehrer als Einzelkämpfer hat ausgedient, wir brauchen in der Schule Supervision wie auch in anderen Berufen üblich“, so Kaiser.

Von Saskia Döhner

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