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Der Norden Auf eBay: Artenschützer entdecken Schädel eines Jungleoparden
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Auf eBay: Artenschützer entdecken Schädel eines zahnenden Leoparden 

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20:10 08.12.2020
Der Jungleopard, dessen Schädel die Forscher bei eBay gefunden haben, soll sechs bis sieben Monate alt gewesen sein.
Der Jungleopard, dessen Schädel die Forscher bei eBay gefunden haben, soll sechs bis sieben Monate alt gewesen sein. Quelle: Linus Henkel, NLWKN
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Hannover

Artenschützer aus Niedersachsen haben auf der Online-Handelsplattform eBay den Schädel eines zahnenden Jungleoparden entdeckt - und von der Polizei sicherstellen lassen. Selbst für die Fachwelt sei das eine absolute Rarität, sagte Jens Leferink, Leiter des Internationalen Artenschutzes beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), am Dienstag. «So etwas hatten wir noch nie.» Der außergewöhnliche Fund werde daher für die Umweltpädagogik in der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen genutzt.

Der Landesbetrieb deckt den Angaben zufolge immer wieder Verstöße gegen das Washingtoner Artenschutzübereinkommen auf. Das Übereinkommen regelt den Handel mit geschützten Tier- und Pflanzenarten und trat 1976 in Kraft. «Der illegale Handel mit seltenen Wildtieren und Pflanzen gefährdet weltweit den Erhalt der biologischen Vielfalt», betonte Leferink. Beschlagnahmte Gegenstände bleiben nicht in der Asservatenkammer, sondern gehen etwa an Museen oder Schulen.

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Schädel 1992 in Bremen erworben

Regelmäßig kämen teils kuriose Einzelstücke dazu, sagte Leferink. Das seien ausgestopfte Tiere wie Krokodile oder Schlangen, Pelzmäntel, Schmuck aus Elfenbein oder Korallen und Produkte aus geschützten Pflanzen - wie Nahrungsergänzungsmittel oder Haarwasser mit Orchideenextrakten. Sie stammten aus ganz Niedersachsen, wo es regelmäßig zu Kontrollen in Geschäften für Lederwaren, Zoohandlungen oder bei Juwelieren und auch bei Privatleuten komme, erklärte der Experte. Ohne Legalitätsnachweis sei der Handel strafbar.

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Für den Besitzer des Schädels des etwa sieben bis acht Monate alten Jungleoparden gehe die Geschichte aber glimpflich aus: Ein 45-Jähriger aus der Nähe von Bremen habe den Schädel 1992 auf einem Flohmarkt gekauft, sagte Leferink. Seine Frau habe den Schädel loswerden wollen: «Als die Polizei ihn mit dem Verstoß konfrontierte, hat er den Schädel aber umgehend den Behörden überlassen. Von einer weiteren Bestrafung wurde hier abgesehen.»

Von RND/lni