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Der Norden Abschlussbericht: Viele Pannen bei Havarie vor Langeoog
Nachrichten Der Norden Abschlussbericht: Viele Pannen bei Havarie vor Langeoog
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18:30 06.03.2019
Ende Oktober 2017 kam es zur Havarie bei der „Glory Amsterdam“. Der Sturm „Herwart“ trieb den Schüttgutfrachter auf eine Sandbank. Quelle: dpa
Hamburg/Langeoog

Keine Verletzten und keine Umweltschäden: Obwohl die Strandung des FrachtersGlory Amsterdam“ vor der ostfriesischen Insel Langeoog 2017 noch glimpflich ausgegangen war, hält sich bis heute die Kritik, dass die Havarie nicht rechtzeitig verhindert werden konnte. Ausschlaggebend für den Notfall waren wohl sprachliche Missverständnisse und mangelnde seemännische Fähigkeiten, heißt es jetzt im Abschlussbericht der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) in Hamburg.

„Eigentlich haben die ständig aneinander vorbeigeredet“

Demnach hatten der gestresste chinesische Kapitän und seine Crew offenbar Schwierigkeiten, in angespannter Lage die Funk-Anweisungen des deutschen Notschleppers „Nordic“ umzusetzen. Bei der Auswertung der Aufzeichnungen sei aufgefallen: „Eigentlich haben die ja ständig aneinander vorbeigeredet“, sagte BSU-Direktor Ulf Kaspera am Mittwoch bei der Vorstellung des Berichts.

Die unter der Flagge Panamas fahrende „Glory Amsterdam“ hatte sich am 29. Oktober 2017 in einem Orkan morgens von ihrem Ankerplatz losgerissen und war rund zwölf Stunden durch die Deutsche Bucht getrieben. Am Abend strandete sie rund zwei Kilometer vor Langeoog auf einer Sandbank. Zuvor war es misslungen, ein Bergungsteam per Hubschrauber auf dem Havaristen abzusetzen. Der Frachter war zwar unbeladen, hatte aber fast 2000 Tonnen Treibstoff, überwiegend Schweröl, als Eigenbedarf an Bord. Die Bergung gelang erst Tage später.

Notschleppkonzept hat versagt

Für Unverständnis hatte an der Küste gesorgt, dass das Notschleppkonzept des deutschen Havariekommandos in Cuxhaven offenbar in mehreren Punkten versagt hatte. In dem BSU-Abschlussbericht werden dafür vor allem Verständigungs- und Verständnisprobleme genannt, als es um praktische Absprachen für die Notschleppmanöver ging. So hatte der chinesische Kapitän den im Behördenauftrag eingesetzten Notschlepper „Nordic“ nicht klar erkannt und mit einem kommerziellen Bergungsschlepper verwechselt.

Ulf Kaspera (l), Direktor der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) und Ferenc John, Untersuchungsleiter. Quelle: dpa

Als Konsequenz empfahl BSU-Direktor Kaspera eine auffällige Kennzeichnung für Notschlepper im staatlichen Einsatz. Zudem könnten die friedlichen Absichten des Bergungsteams besser mit einem Begriff wie „German Emergency Assistence Team“ statt „Boarding Team“ angekündigt werden. „Wir werden uns in der nächsten Zeit mit dem Bericht und den Empfehlungen für das Havariekommando auseinander setzen“, sagte dessen Leiter Hans-Werner Monsees der Deutschen Presse-Agentur.

Umweltminister entsetzt über mangelhafte Ausrüstung

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) zeigte sich entsetzt, dass das Havariekommando keinen vollen Zugriff auf genaue Positions- und Radarangaben sowie den Funkverkehr gehabt habe. Die technische Ausstattung der Einrichtung müsse verbessert werden.

Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN) sieht auch nach dem Bericht noch viele offene Fragen. Unklar sei, ob es ausreichend realistische Übungen für Hubschrauberpiloten gebe, sagte SDN-Sprecher Peter Andryszak. „Übungen bei schönem Wetter reichen nicht, Lotsen fliegen ja auch noch bei Sturm“, kritisierte Langeoogs Bürgermeister Uwe Garrels (parteilos). Er befürchtete, dass sich bei dem starken Schiffsverkehr in der Nordsee eine derartige Havarie jederzeit wiederholen könnte. „Das ist eine existenzielle Bedrohung für alle Küsten- und Inselbewohner“, sagte Garrels.

Von RND/lni

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