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Der Norden 200 Meter pro Stunde: So saniert die Bahn die ICE-Strecke
Nachrichten Der Norden 200 Meter pro Stunde: So saniert die Bahn die ICE-Strecke
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19:19 10.07.2019
„Alles im Zeitplan“: Projektleiter Martin Holtgrewe. Quelle: Tim Schaarschmidt
Nordstemmen

Usain Bolt läuft 200 Meter in unter 20 Sekunden. Zugegeben, damit hat er auch einen Weltrekord aufgestellt. Die Gleisbauzüge der Deutschen Bahn brauchen für die Distanz etwas länger: Mit Tempo 0,2 erneuern sie derzeit die ICE-Strecke zwischen Hannover und Göttingen – also 200 Meter pro Stunde.

Sanierung für 175 Millionen Euro

Seit Mitte Juni läuft die Generalüberholung der Schnellfahrtrasse. Damit ICEs dort auch in Zukunft wieder mit Tempo 280 fahren können, investiert die Bahn rund 175 Millionen Euro in die Erneuerung. Die gehe in mehreren Schritten vor sich, erklärt Projektleiter Martin Holtgrewe. Zunächst befreit ein sogenannter Kleineisensammler das alte Gleis von Schrauben und Verspannklemmen – per Magnetband. Dann kommt der Umbauzug SUZW500 des Herstellers Plasser und Theurer zum Einsatz.

„500, weil er angeblich 500 Meter pro Stunde schafft, aber das kommt selten vor“, sagt Holtgrewe. Der Gleisbauzug kann bis zu 800 Meter lang sein – je nachdem, wie viele Wagen mit neuen Schwellen und Schienen anhängen. „Die Maschine an sich ist etwa 200 Meter lang“, sagt der Projektleiter. Deren vorderer Teil fährt noch auf den alten Schienen, der Mittelteil auf Ketten. So kann der Zug die alten Schienen und Schwellen anheben und abtransportieren. Ebenfalls im Mittelteil verlegt die Maschine direkt die neuen Schwellen und Schienen, sodass der hintere Teil des Umbauzugs schon auf den neuen Schienen fahren kann.

20 Bauarbeiter im Einsatz

Zwei Bauarbeiter laufen mit und schrauben die Schienen fest, insgesamt sind rund 20 Arbeiter rund um das Gerät im Einsatz. Drei von ihnen steuern die sogenannten Portalkräne. Diese kleinen Wagen fahren auf dem mehrere Hundert Meter langen Zug hin und her – ebenfalls auf Schienen. Sie transportieren die alten Schienen und Schwellen ab und bringen die neuen von den angehängten Wagen zum Mittelteil der Maschine. Nachdem der Umbauzug die Hauptarbeit getan hat, verteilt eine sogenannte Stopfmaschine den Schotter in den Gleisen, anschließend werden die Schienen zusammengeschweißt.

Eigentlich werden diese Maschinen seit mehreren Jahrzehnten im Gleisbau genutzt, damit das Nachbargleis während der Bauarbeiten befahrbar bleibt und die Strecke nicht voll gesperrt werden muss. „In diesem Fall brauchen wir das andere Gleis aber für weitere Maschinen und die gesamte Baustellenlogistik“, sagt Holtgrewe. Außerdem entfielen so die für Anwohner lästigen Warnsignale, argumentiert er.

Noch bis zum 14. Dezember sollen die Arbeiten andauern, so lange fahren ICEs zwischen Hannover und Göttingen eine Umleitung. Bisher liege alles im Zeitplan, sagt der Projektleiter: „Läuft.“

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