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Auf der Arbeit auch die Seele im Blick haben

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15:57 07.10.2020
Wer sich Sorgen um einen Kollegen oder Mitarbeiter macht, kann ein Gespräch anbieten. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn
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Berlin

Psychische Belastungen machen auch vor dem Job nicht Halt. Manchmal ist der Stress dort vielleicht sogar Teil des Problems. Auch wenn das Thema oft mit Scham besetzt ist, kann es helfen, darüber zu reden, betont die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA).

Spürt ein Chef oder Kollege, dass sich jemand über mehrere Wochen auffällig verhält, müde wirkt oder sich zurückzieht, sollte das angesprochen werden, rät die Initiative. Vorher beobachtet man das Ganze aber möglichst eine Weile, um keine falschen Schlüsse zu ziehen.

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In Ruhe und einfühlsam reden

Wichtig ist, ein Gespräch niemals aufzuzwingen, sondern nur anzubieten. Der richtige Ort ist nicht zwischen Tür und Angel, sondern zum Beispiel ein ruhiges Büro oder ein Spaziergang. Das Handy sollte währenddessen ausgeschaltet sein. Falls der oder die Betroffene das möchte, kann eine Vertrauensperson dazukommen.

Beim Gespräch gilt die Devise: Fragen stellen und zuhören. Ungebetene Ratschläge sowie Mutmaßungen oder Diagnosen sind fehl am Platz. Die Besorgnis sollte auf wertschätzende Weise klar angesprochen werden, sensibel formulierte Beobachtungen sind hier besser als Behauptungen. Mitgefühl bewegt mehr statt Bewertungen, Verurteilungen oder gar Sanktionen.

Nicht alles muss sofort besprochen und geklärt werden. Reagiert der oder die Betroffene ablehnend, sollte das nicht persönlich genommen werden. Die Problemlösung ist letztlich Sache von Profis. Wer sich aber im Vorfeld schon über Hilfsangebote informiert hat, kann diese weitergeben.

© dpa-infocom, dpa:201007-99-860184/3

dpa