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Aktuelles Möbelexpertin: "Wir wohnen so schön wie noch nie"
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12:10 15.01.2020
Schöner wohnen: Immer mehr Menschen lassen sich durch soziale Netzwerke inspirieren. Quelle: Franziska Gabbert/dpa-tmn
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Köln

Große Schrankwände, riesige Sofalandschaften und die rustikale Eckbank zum wuchtigen Esstisch: Der deutsche Einrichtungsstil war lange wenig stilvoll.

Während unsere europäischen Nachbarn wie die Italiener als die Meister des Designs galten, wurde in Deutschland einfach gekauft, was gemütlich erschien.

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Aber die Zeiten sind vorbei, sagte Ursula Geismann, Trendanalystin des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, auf der Internationalen Möbelmesse IMM Cologne (noch bis 19. Januar). "Wir wohnen so schön wie noch nie. Weil wir es jetzt können." Und das ohne Abstriche bei der guten alten deutschen Gemütlichkeit.

Frage: Frau Geismann, wie kommen Sie zu dieser Einschätzung?

Geismann: Das Können bezieht sich auf zwei Punkte. Das eine ist die wirtschaftliche Lage. Den meisten von uns geht es gut, wir haben sichere und kalkulierbare Einkommen. Und wenn es uns gut geht, investieren wir gerne. Wir wissen, dass jeder Deutsche pro Jahr im Durchschnitt für 412 Euro Möbel plus Accessoires für 250 Euro kauft.

Das Zweite ist, dass ich glaube, dass die Menschen ganz viel in den sozialen Netzwerken nach Wohnideen schauen, sich davon inspirieren lassen und es sich zu Hause auch so schön machen.

Frage: Ist dieses Nachmachen von Ideen okay?

Geismann: Ich finde, ja. Es gibt ja ein wahnsinnig großes Angebot im Handel, bei dem niemand mehr einen Überblick hat. Wenn man dann eine gute Idee bekommt, hilft das - und wenn man sie nachmacht, bleibt sie doch individuell.

Denn - als Beispiel - man stellt den Buddhakopf ja doch nicht an die gleiche Stelle im Regal, wie es das Bild in den sozialen Netzwerken zeigt. Er kommt dann vielleicht auf das Sideboard oder auf den Fußboden. Und dadurch wird die Idee individuell.

Frage: Soziale Netzwerke liefern unfassbar viel Input. Das verunsichert viele. Wie kann man gut damit umgehen?

Geismann: Ich glaube, es kommt auch auf den Mut an, dazu zu stehen, was man hat. Gerade wenn das kein Einheitsbrei ist und stattdessen zum Beispiel was Witziges. Und die Stilfrage muss man auch nicht einhalten. Man kann selbstbewusst sagen: So gefällt es mir, das finde ich schön, und so bringe ich meine Persönlichkeit zum Ausdruck.

dpa