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Wesendorf Stimmung kippt gegen Windpark südlich der L 286
Gifhorn Wesendorf Stimmung kippt gegen Windpark südlich der L 286
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18:25 14.12.2019
Windpark bei Wahrenholz: Philipp Schumacher von der beauftragten Planungsfirma Energiekontor AG aus Bremen stellte dem Ausschuss seine Planungen vor. Quelle: Hans-Jürgen Ollech
Wahrenholz

Im Finanz- und Bauausschusses der Gemeinde Wahrenholz hatte Philipp Schumacher, Projektkoordinator der Energiekontor AG aus Bremen, die Pläne für den Windpark südlich der L 286 bei Wahrenholz vorgestellt, der Ausschuss hatte nach kurzer Diskussion den Planungen mehrheitlich zugestimmt. Ganz anders wurde das bei der Ratssitzung am Freitagabend betrachtet.

Voraussichtlich ein Vorranggebiet

Bürgermeister Herbert Pieper wies im Rat darauf hin, dass die Fläche laut Regionalem Raumordnungsprogramm voraussichtlich als Vorranggebiet für Windenergie ausgewiesen wird. Auf den 21 Hektar, von denen einige Flächen der Gemeinde gehören, seien bis zu drei Windräder möglich. „Das jetzt dort stehende kleine Windrad soll abgebaut werden, um zwei bis drei größeren Windrädern Platz zu machen.“

Schumacher hatte dem Finanz- und Bauausschuss mitgeteilt, dass beim Bau von drei Anlagen Höhen von 200 Metern wirtschaftlich seien. In diesem Fall könnte eine dieser Anlagen eine so genannte Bürger-Windenergieanlage werden, an der sich die Wahrenholzer beteiligen könnten. Entstünden dort nur zwei Anlagen, könnte die Höhe sogar auf 240 Meter angehoben werden, „um optimal zu wirtschaften“, so der Projektkoordinator des Unternehmens, das den Windpark gerne planen und betreiben möchte. Der Energiekontor-Mitarbeiter informierte den Ausschuss über Schallschutz sowie über Verhandlungsmöglichkeiten zwischen Gemeinde und Samtgemeinde bezüglich des Flächennutzungsplanes und eines Bebauungsplanes.

Schallschutz und Schattenwurf

Das Thema Schallschutz und Schattenwurf griff Pieper auch im Rat noch einmal auf anhand der Präsentation, die Schumacher dem Finanz- und Bauausschuss bereits gezeigt hatte. Anhand der Skizzen wurde deutlich, dass auch bei den kleinen Anlagen der südliche Rand von Wahrenholz von Schall und Schatten betroffen wäre. Seine Position: „Wenn die Fläche Vorranggebiet wird, haben wir als Gemeinde keinerlei Einfluss mehr darauf, ob und in welcher Höhe die Windräder dort gebaut werden.“ Deshalb hätte er gerne das Votum des Gemeinderates gehabt, wie die anderen zwölf Flächeneigentümer in dem Gebiet auch einen Vertrag mit dem Energiekontor abzuschließen und so zumindest an ein paar Stellschrauben drehen zu können. Leise klang auch die Hoffnung an, mit der Zustimmung zu dem Windpark südlich der L 286 weitere Windräder auf einer Fläche nördlich der Landesstraße von vornherein zu verhindern, denn dann könnte sich der Ort nicht mehr in Richtung Westen entwickeln, „und wir hätten den kompletten Südwesten des Dorfes von Windrädern eingerahmt“.

Was dagegen spricht

Das sah Ernst Pape (UfW) völlig anders: „Wieso sollten wir denn jetzt schon mit dem Energiekontor Verträge abschließen, wenn Ende März erst verbindlich feststeht, ob diese Fläche überhaupt ein Vorranggebiet wird?“ Er empfahl, die Rechtskraft des Flächennutzungsplans abzuwarten und dann erst Verträge zu unterschreiben. Jakob Drees (Gründe) sprach von einer „naturschutzrechtlichen Katastrophe“, sollten die beiden 240-Meter-Anlagen dort gebaut werden. „Wir haben Schwarzstörche in dem Gebiet, und es ist Rastplatz für Zugvögel.“ Sogar das Wort „Erpressung“ fiel, einige Ratsmitglieder fühlten sich unter Druck gesetzt. Ernst Pape beantragte deshalb, eine Entscheidung über den Windpark auf Ende März zu verschieben. Diesem Antrag schlossen sich fünf Ratsmitglieder an, drei enthielten sich der Stimme, zwei wollten keine Vertagung. Damit steht eine Entscheidung der Gemeinde zum Thema Windkraft weiter aus.

Von Hans-Jürgen Ollech und Christina Rudert

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