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Wesendorf Armbrust-Fall: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungsverfahren ein
Gifhorn Wesendorf Armbrust-Fall: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungsverfahren ein
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12:05 06.09.2019
Armbrust-Fall: Die Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren zum Tod der in Wittingen tot aufgefundenen Frauen eingestellt. Quelle: picture alliance/dpa
Wittingen/Passau

Die Hildesheimer Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren über den Tod der in Wittingen tot aufgefundenen Frauen eingestellt. Die beiden Frauen gehören zu den insgesamt fünf Toten, die in Wittingen und Passau im sogenannten Armbrust-Fall im Mai gefunden worden waren.

Nach ihrem mysteriösen Tod in einer Passauer Pension sind auch in der Wohnung einer Wittingerin (30) zwei weitere Frauenleichen entdeckt worden. Neben der Wittingerin starben in Passau auch ein Mann und eine Frau – offenbar durch Armbrustpfeile.

Nach den intensiv geführten Ermittlungen ist davon auszugehen, dass die Verstorbenen einen gemeinschaftlichen Suizid begangen haben. Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden haben sich nicht ergeben, teilte die Hildesheimer Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Dies folgt aus dem im Blut der Verstorbenen aufgefundenen Medikamentencocktail sowie nicht vorhandener äußerer Spuren von Gewalteinwirkung. Die in Auftrag gegebene feingewebliche Untersuchung hat dieses Ergebnis bestätigt. Nähere Anhaltspunkte zum Zeitpunkt des Todes konnte die Untersuchung nicht erbringen.

Gemeinschaftlicher Suizid

Bereits im Mai hatte es nach der Obduktion der Leichen erste Anzeichen dafür gegeben, dass ein gemeinschaftlicher Suizid wahrscheinlich sei. Bereits die Auffindesituation in der Wohnung deutete auf eine Selbsttötung hin und konnte durch die umfangreichen Ermittlungen untermauert werden.

Das Armbrust-Drama: Hier ist alles nachzulesen

Fünf tote Menschen in Passau und Wittingen: Was dahinter steckt, lesen Sie hier:

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Todesursache sind die Verletzungen durch die Armbrust-Pfeile in Hals und Herz. Es gebe keine Anzeichen für eine Auseinandersetzung zwischen den Beteiligten, auch eine Beteiligung weiterer Personen hatten die Ermittler im Mai bereits weitgehend ausgeschlossen, neue Hinweise dazu haben sich laut Staatsanwaltschaft nicht ergeben.

Mit K.O.-Tropfen betäubt

In der Junkerstraße in Wittingen war die Polizei bei den Ermittlungen um den Tod dreier Menschen in einer Passauer Pension auf die Leiche der 35-jährigen Lebensgefährtin jener Wittingerin (30) gestoßen, die vermutlich die Schlüsselfigur des Dramas war. Sie war zusammen mit einem Paar aus Rheinland-Pfalz tot in einer Passauer Pension gefunden worden. Das Paar lag Hand in Hand auf einem Bett und war mit K.O.-Tropfen betäubt worden, bevor es von der Wittingerin, die sich anschließend selbst richtete, mit einer Armbrust getötet worden. In Wittingen war außer ihrer toten Lebensgefährtin – eine Grundschullehrerin – die Leiche einer 19-Jährigen entdeckt worden.

Chronologie des Armbrust-Dramas in Wittingen und Passau

Ein Fall um fünf Tote gab der Polizei in Passau und Gifhorn Rätsel auf. Die Chronologie des Armbrust-Dramas von Passau und Wittingen in der Übersicht:

Freitag, 10. Mai: Spät abends checken drei Gäste in der Pension an der Ilz bei Passau ein, ein 53-jähriger Mann und eine 33-Jährige Frau aus dem Westerwald sowie eine 30-Jährige, die vor wenigen Monaten aus dem Westerwald nach Wittingen gezogen war. Andere Gäste beschreiben sie als „seltsame Gruppe“. Das Trio begibt sich bald in das Zimmer und wird nicht mehr lebend gesehen.

Samstag, 11. Mai: Zimmermädchen finden die drei Leichen in dem Zimmer im zweiten Geschoss. Der 53-Jährige und die 33-Jährige liegen Hand in Hand, getroffen von mehreren Pfeilen, zugedeckt im Bett. Die 30-Jährige, von einem Pfeil getroffen, liegt in einer Blutlache auf dem Boden davor. Die Polizei stellt insgesamt drei Armbrüste, eine davon unbenutzt, sicher. Ebenso zwei Testamente.

Montag, 13. Mai: Als die Gifhorner Polizei die 35-jährige Lebensgefährtin vom Tod der 30-Jährigen informieren will, findet sie in der Wohnung an der Junkerstraße in Wittingen deren Leiche und die einer 19-jährigen Frau, deren Identitäten erst am kommenden Tag feststehen werden. Nun rollt auch im Kreis Gifhorn die Ermittlungswelle in diesem rätselhaften Fall an.

Montag, 13. Mai: Nach und nach kommen Einzelheiten zu den Beteiligten ans Tageslicht. Die 35-Jährige aus Wittingen war Lehrerin an der Grund- und Oberschule. Alle drei Opfer aus der Passauer Pension sollen in einem Ritterturnier-Verein Mitglieder gewesen sein. Es gibt auch Spekulationen über eine Gothic-Szene.

Montag, 13. Mai: Am Tatort Junkerstraße versammelt sich ein großes Medienaufgebot. Die Bewohner der Kleinstadt sind entsetzt über die Tat.

Dienstag, 14. Mai: Die Passauer Polizei gibt erste Ergebnisse der Obduktion der drei Leichen aus der Pension bekannt. Die Pfeile trafen demnach in Hals und Herz. Es gibt keine Anhaltspunkte auf eine Auseinandersetzung zwischen den Beteiligten. Eine Beteiligung anderer Personen bleibt weiterhin ausgeschlossen.

Dienstag, 14. Mai: Auch im Fall der Leichen aus Wittingen gibt es erste Obduktionsergebnisse: Es liegen keine Fremd- und keine Gewalteinwirkung vor. Weitere Untersuchungen stehen noch aus.

Von Thorsten Behrens

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