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Wesendorf Beamtenbeleidigung per Post: So teuer können böse Briefe werden
Gifhorn Wesendorf Beamtenbeleidigung per Post: So teuer können böse Briefe werden
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00:19 21.04.2019
Geldstrafe für Beleidigung: Ein 80-Jähriger schrieb einem Polizisten wenig schmeichelhafte Briefe – und muss nun 1600 Euro zahlen. Quelle: Archiv
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Wesendorf

Er sei „das blödeste Schwein, das in Wesendorf rumrennt“, musste der 59-jährige Polizeihauptkommissar auf dem Zettel lesen, den er im Briefkasten der Wesendorfer Station gefunden hatte. „Es ist nicht das erste Schreiben.“ Und es war auch nicht das letzte. Der Beamte hat zur Verhandlung den neuesten Brief des Angeklagten ähnlichen Inhalts mitgebracht, den er wenige Tage vor dem Prozess im Briefkasten gefunden hat. Der Strafrichter schüttelt den Kopf und redet auf den Angeklagten ein. „Das ist kein Umgang.“

Zahlreiche Nachbarschaftsstreitigkeiten sind der Hintergrund

Die Argumente scheinen den 80-Jährigen nicht zu beeindrucken. Er wehre sich schließlich nur dagegen, fertig gemacht zu werden. „Ich hatte ein Luftgewehr, da wurde dann gleich eine Pumpgun draus gemacht.“ Der Polizeibeamte bestätigt, dass zahlreiche Nachbarschaftsstreitigkeiten Hintergrund seien. Deshalb sei die Polizei oft vorstellig geworden – sehr zum Missfallen des Mannes.

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Warum keine Beschwerden oder Strafanzeigen?

Doch dieser hätte sich durchaus mit Beschwerden oder Strafanzeigen wehren können, sagt der Richter. Beleidigungen seien jedenfalls „nicht die adäquate Reaktion“. Und deshalb gab es 40 Tagessätze zu jeweils 40 Euro Geldstrafe für den 80-Jährigen.

Von Dirk Reitmeister