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Wesendorf Ausstieg aus der Erdölförderung gefordert
Gifhorn Wesendorf Ausstieg aus der Erdölförderung gefordert
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14:32 18.10.2019
Forderung: Christian Schröder (v.l.), Bernd Ebeling und Imke Byl von Bündnis 90/Die Grünen wollen den schnellen Ausstieg aus der Erdöl- und Gasförderung im Isenhagener Land. Quelle: Hans-Jürgen Ollech
Hankensbüttel

Im Isenhagener Land werden Erdöl und Erdgas gefördert. Doch immer wieder kommt es zu Vorfällen, bei denen Öl oder verunreinigtes Wasser austritt – unter anderem im Wasserschutzgebiet Schönewörde. Daher fordern Umweltschützer einen schnellen Ausstieg aus der Förderung.

Fehlen regelmäßige Kontrollen?

Zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Gewässerschutz – Schädliche Auswirkungen der Ölförderung im Isenhagener Land“, hatte Christian Schröder nach Hankensbüttel eingeladen. Schröder ist Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat von Wittingen und Mitglied des Kreistages im Landkreis Gifhorn. Mit dabei waren 32 interessierte Zuhörer sowie die Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen Imke Byl aus Gifhorn und Bernd Ebeling, Experte der Wasserwirtschaft aus Uelzen, der zum Thema referierte.

Schröder machte deutlich, dass nach seiner Ansicht die Erdölindustrie und damit verbunden die unterschiedlichen Erdölunternehmen wie unter anderem Exxon Mobil, DEA und Vermilion Energy auf ihrem Betriebsgelände sowie auch an den Bohr- und Förderstellen zum Teil nicht ausreichend sorgfältig arbeiten – wodurch es immer wieder zu Leckagen kam, die schwere Schäden im Grund- und damit im Trinkwasser verursachen können. „Erst in jüngster Zeit kam es bei Hankensbüttel zu Rohrbrüchen und damit zu erheblichen Kontaminierungen im Erdreich, weil Förderleitungen zu alt sind und scheinbar nicht regelmäßig kontrolliert werden“, betonte Schröder.

Alte Förderanlagen

Byl hat nach eigener Aussage über ihre Partei bereits im Landtag Anträge gestellt, die aber bis heute nicht beantwortet worden seien. Sie betonte, dass es wichtig sei, sofort und konsequent den Ausstieg in der Erdöl- und Erdgasförderung in Deutschland anzugehen.

Ausführlich berichtete Ebeling über die Erdölförderung im Isenhagener Land, die nach seiner Darlegung zum Teil enorme Schäden für den Grundwasserschutz nach sich zieht, weil viele Förderanlagen aus den 1950-Jahren stammen, Bohrlöcher nicht ordnungsgemäß abgedichtet sind und Klärschlämme in zahlreichen Bereichen des nördlichen Landkreises sowie auch in der Altmark abgelagert wurden, die nachhaltige gesundheitliche Schäden nach sich ziehen würden. „Auch hier haben sich bei Überprüfungen von Bohr- und Lagerstätten der angesiedelten Unternehmen Schlampigkeiten ergeben, die in dieser Form nicht zu rechtfertigen sind“, sagte Ebeling.

Ausgebaute Rohrleitungen, die nicht gesäubert wurden, wurden nur mit einem Lappen verschlossen, Öl und Lagerstättenwasser gelange an Bohrstellen ins Freie und wurde sogar bei einem Unternehmen in Gräben geleitet und nur mit einem Schott aufgefangen, wie Bilder von Ebeling zeigten.

Erdölförderung Ursache für Krebserkrankungen?

Zudem wies Ebeling auf einen am 19. September 2019 erstellten Prüfbericht über die Ölstation Schönewörde hin, der auf erhebliche Mängel hinweist. Dieser Prüfbericht soll nun dem Landkreis Gifhorn als Untere Umwelt- und Naturschutzbehörde vorgelegt werden. In einer anschließenden Diskussion beklagte eine Physiotherapeutin aus Alt-Isenhagen zahlreiche Krebserkrankungen mit Todesfällen auf einer bestimmten Förderroute in Hankensbüttel und schloss nicht aus, dass die Erkrankungen mit der Ölförderung in Zusammenhang stehen könnten.

Byl regte die Gründung einer Bürgerinitiative zum Thema Gewässerschutz im Isenhagener Land an, wovon jedoch noch einmal Abstand genommen wurde. Dennoch sollte ein Netzwerk aufgebaut werden, um sich weiterhin untereinander auszutauschen und auch die Altmark mit einzubinden, so die Anregung von Schröder.

Von Hans-Jürgen Ollech

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