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Wesendorf Protest: Ist es die Entsorgungsanlage, die so stinkt?
Gifhorn Wesendorf Protest: Ist es die Entsorgungsanlage, die so stinkt?
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00:21 19.05.2019
Zentrale Entsorgungsanlage Wesendorf: Kommt von hier der Gestank her? Quelle: Thorsten Behrens
Wagenhoff

Hintergrund für die Geruchsbelästigung sei die Lagerung von Abfällen aus der Pommesproduktion auf zwei Flächen, so Gresky. Diese Info habe sie auf Nachfrage erhalten, und ihr sei zugesichert worden, dass derartiger Abfall künftig mit Erde abgedeckt werde, um Geruchsbelästigungen zu vermeiden.

Dennoch will Gresky den Fall nicht auf sich beruhen lassen. „Ich kenne das Problem mit dem Gestank noch aus den Jahren 1995 bis 2000. Wenn wir Pech haben, müssen wir uns in den kommenden Jahren wieder kräftig wehren“, befürchtet die Wagenhofferin. Sie sieht Zusammenhänge mit der gerade genehmigten Erweiterung der Deponie – neben der Erhöhung der Lagerung gefährlicher Stoffe von 150 auf 300 Tonnen auch der Umschlag weiterer Abfälle, darunter Grünabfälle, behandeltes Altholz, mineralische Abfälle, Sperrmüll oder Dämmmaterial.

Die Gemeinde habe gegen die geplante Erweiterung Einwände beim Landkreis geltend gemacht, als die Pläne in der öffentlichen Auslegung waren, hieß es aus dem Gemeinderat. Zur Genehmigung war es dennoch gekommen. „Da bleiben wir am Ball“, versicherte Bürgermeisterin Claudia Bergmann.

Landkreis hält auch andere Quellen für denkbar

Die Firma Remondis, Betreiber der Zentralen Entsorgungsanlage, verwies auf AZ-Anfrage auf den Landkreis. Der hatte sich der Sache nach einem Gespräch mit Gresky bereits angenommen – und hält auch andere Quellen für die Geruchsbelästigung für möglich. Kreisrat Mirco Schmidt: „Eine Anwohnerin teilte mit, dass am Dienstagabend starker Geruch in Wagenhoff aufgetreten sei. Am Mittwoch habe er aber nicht mehr bestanden. Laut Auskunft der Firma Remondis wurde am Dienstagabend auf dem Gelände der Deponie nicht gearbeitet. Mögliche Geruchsquellen wurden bei einer Begehung durch die Leitung nicht festgestellt.

Am Bodenlager erfolgten am Montag und Dienstag Anlieferung von Kartoffelerde, die bei Annahme und Lagerung von Kartoffeln anfällt und vereinzelt kleinere Kartoffeln enthalten kann. Bei der Begehung am Mittwoch war dieser Bereich nicht auffällig. Es wurde zugesichert, dass dieses Material nach Anlieferung mit anderen Bodenmaterialien abgedeckt wird. Zudem wurde eine Begehung der Deponie angeboten, von der Beschwerdeführerin aber abgelehnt. Abfälle aus Pommesproduktion werden nicht im Bodenlager gelagert.“

Oder kommt der Gestank von landwirtschaftlichen Flächen?

Laut Landkreis lag Wagenhoff am Dienstag nicht in Windrichtung der Deponie. „So könnten auch andere Geruchsemittenten, wie Dünger auf landwirtschaftlichen Flächen, solche Gerüche verursacht haben. In den vergangenen Jahren waren Geruchsbeschwerden durchaus auch auf landwirtschaftliche Betätigungen zurückzuführen.“

Schon 1995 bis 2000 gab es Probleme und aufgebrachte Bürger

Die Gifhorner Kreisgruppe des BUND, zu der auch die Wagenhoffer Beschwerdeführerin Eva Gresky gehört, hatte sich bereits im Vorfeld gegen die Erweiterung der Zentralen Entsorgungsanlage ausgesprochen, unter anderem wegen der Lage der Deponie. So liegt südlich ein neues Baugebiet der Gemeinde Wagenhoff, östlich ein Naturschutzgebiet, nördlich ein Ferienhausgebiet. Zudem sind für Gresky die Ereignisse von 1995 bis 2000 noch sehr lebendig. Damals hatte es ihr zufolge Proteste der Wagenhoffer und Wesendorfer Bürger gegen die Kompostieranlage auf der Deponie gegeben, von der je nach Witterung und Anliefermengen – auch von außerhalb des Landkreises – starke Geruchsbelästigungen ausgegangen sind. „Es wurden Filter eingebaut, das hat nichts geholfen, auch ein Runder Tisch hatte keinen Erfolg“, erinnert Gresky. Erst eine Beschwerde beim Gewerbeaufsichtsamt habe dafür gesorgt, dass der Amts-Chef sich vor Ort ein Bild gemacht habe – mit entsprechenden Konsequenzen.

Von Thorsten Behrens

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