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Wesendorf Ölförderung: Leckage im Wasserschutzgebiet
Gifhorn Wesendorf Ölförderung: Leckage im Wasserschutzgebiet
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19:00 10.07.2019
Erdölförderung im Wasserschutzgebiet Schönewörde: Kritiker sahen sich nach der jüngsten Leckage einer Leitung vor Ort um und formulierten klare Forderungen. Quelle: Thorsten Behrens
Schönewörde

Rund um Schönewörde gibt es ein Wasserschutzgebiet – aber auch Erdölförderung. Angesichts einer Leckage im Wasserschutzgebiet im Mai informierte sich am Dienstag eine Gruppe Umweltschützer vor Ort und formulierte eine klare Forderung: Der Schutz des Wassers steht über der Ausbeutung fossiler Energieträger.

„Wollen wir nun unser Wasser schützen oder Erdöl fördern?“

Wasserwirtschaftsingenieur Bernd Ebeling begrüßte zu dem Treffen unter anderem die Grünen-Landtagsabgeordnete Imke Byl sowie Vertreter von Saubere Umwelt und Energie Altmark und die AG Fracking aus dem Wendland. Ebeling, selbst Umweltschützer, zeigte sich vorbereitet. „Die Frage stellt sich, was das soll: Wollen wir nun unser Wasser schützen oder Erdöl fördern?“ In den vergangenen zehn Jahren habe es im Gifhorner Nordkreis zehn Vorfälle gegeben laut Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG).

Der jüngste Vorfall – eine Leckage in einer 37 Jahre alten Lagerstättenwasserleitung – habe gezeigt, dass es immer wieder zu gefährlichen Unfällen im Rahmen der Ölförderung komme, so Byl. „Im Landkreis Gifhorn haben wir mehr als 300 aktive oder stillgelegte Öl- und Gasbohrungen allein in Wasserschutzgebieten“, erklärte sie. Laut LBEG war zwar nur ein Kubikmeter Wasser ausgetreten und hatte etwa drei Quadratmeter Fläche verunreinigt. Für die Kritiker der Erdölförderung in Wasserschutzgebieten aber ist jeder Vorfall einer zu viel – egal, wie groß der Schaden ist.

„Das hat eine Menge Potenzial für Umweltschäden“

13 000 Tonnen Öl werden im Landkreis im Jahr gefördert laut Ebeling. Das seien nur fünf Prozent der Gesamtfördermenge. Der Rest sei Lagerstättenwasser, welches nach der Öltrennung wieder in den Bohrstellen verpresst werde, um den Druck für die weitere Ölförderung zu erhalten. Rund 250 000 Tonnen Lagerstättenwasser im Jahr: „Das hat eine Menge Potenzial für Umweltschäden“, so Ebeling. Nicht zuletzt deswegen, weil es keine ausreichenden Warnsysteme gebe, betonte er.

Der Gruppe gehe es darum, die Öffentlichkeit über die Situation zu informieren. Denn obwohl die Landes-SPD im Wahlkampf versprochen habe, die Erdölförderung in Wasserschutzgebieten auf den Prüfstand zu stellen und dies auch im Koalitionsvertrag stehe, ist die für 2018 versprochene Entscheidung bisher nicht gefallen, so Byl. „Stattdessen wurde ein Arbeitskreis gebildet, dem zwar die Förderunternehmen angehören, nicht aber die Opposition, die diese Entscheidung einfordere.

Forderung: Warnsysteme anbringen

„Wir wollen, dass die Förderplätze zumindest anständig abgedichtet und mit guten Warnsystemen ausgestattet werden. Und wir wollen ein Verbot von Erdölförderung in Wasserschutzgebieten. Dazu wäre eine Änderung des uralten Bergrechts durch den Bund sinnvoll. Das Bergrecht sieht bisher keinen Schutz von Mensch und Natur vor, sondern nur eine optimierte Ausbeute von fossilen Brennstoffen. Angesichts der Diskussion um Klimawandel, Kohleausstieg und Verbrennungsmotoren bei Autos geht das gar nicht“, sagte die Landtagsabgeordnete.

Von Thorsten Behrens

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