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Wesendorf Landwirt Evers zieht Klimabilanz: So werden Umwelt und Betrieb geschont
Gifhorn Wesendorf Landwirt Evers zieht Klimabilanz: So werden Umwelt und Betrieb geschont
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12:31 11.12.2019
Wie gut ist der Hof schon, was ist zu verbessern? Helmut Evers aus Wahrenholz lässt für seinen Milchviehbetrieb eine Klimabilanz aufstellen. Quelle: Dirk Reitmeister
Wahrenholz

130 Tiere hat der Milchviehhof von Helmut Evers in Wahrenholz. Wie viel Futter und Energie steckt der Landwirt rein, wie viel Abfall und Emissionen kommen raus? In der Samtgemeinde Wesendorf läuft zur Klimaallianz ein besonderes Dorfentwicklungs-Projekt an, und Evers ist dabei: Er lässt jetzt eine Klimabilanz für seinen Betrieb erstellen.

Der rührige Landwirt war schon in der Vergangenheit nicht untätig, was Ressourcensparen und damit Umweltschutz angeht. Dank Wärmerückgewinnung gewinnt er aus seiner Milchkühlung sein Warmwasser – so als würde man zuhause sein Warmwasser an der Rückseite des Kühlschrankes erhitzen. Die neuen Vakuumpumpen der Melkanlage passen sich dem Bedarf an: Im Leerlauf reduzieren sie die Drehzahl und kommen erst auf Touren, wenn wirklich Milch fließen soll. „Die Anlage passt sich intelligent dem Bedarf an.“

So recycelt man Wasser

„Eine ganze Menge Wasser recyceln wir“, sagt Evers. Und da kommt was zusammen. „Wir brauchen viel Wasser zur Reinigung der Melkanlage.“ Das schmutzige erste Abwasser komme in die Klärung, das sauberere fängt Evers auf und nutzt es für die Außenreinigung des Stalls.

Evers produziert auch Energie. Er hat Photovoltaik, und „unsere Gülle wird zu 100 Prozent verstromt“ – in der Wesendorfer Biogasanlage. Das Substrat, das als Dünger übrig bleibe, verteile er nicht wie in landläufig verbreiteten Bildern vom Güllespritzen. Er „schlitze“ es in den Boden seines Grünlandes ein.

Der Experte kommt 2020

Doch nichts sei so gut, als dass es nicht noch besser werden könne, sagt Evers. „Wo stehen wir gut da, wo können wir noch besser werden?“ Dieser Frage soll Anfang des kommenden Jahres ein Experte der Landwirtschaftskammer bei einem ausführlichen Rundgang über den Hof nachgehen. „Was wird reingesteckt, was kommt raus?“ Vor allem auf den Abfall werde die Landwirtschaftskammer ein Auge haben.

Darum geht’s beim Modellvorhaben Klimaallianz

Mitte November stellte die Landwirtschaftskammer Braunschweig in Wesendorf das Projekt Klimaallianz für die Modellregion Samtgemeinde Wesendorf vor. 15 Betriebe bekommen eine kostenlose einzelbetriebliche Klimabilanzierung spendiert. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen die Treibhausgase verringern und sich auch noch wirtschaftlich rechnen. Landwirtschaftsministerium und Kommunen sollen die Umsetzung fördern. Projektträger ist der Landkreis Gifhorn. „Es haben sich rund zehn Landwirte gemeldet“, sagt Kerstin Fricke von der Landwirtschaftskammer in Braunschweig über die Rückmeldungen. Einer davon ist Milchviehbauer Helmut Evers aus Wahrenholz. Was er sich davon verspricht? „Die Beratung soll uns die Augen öffnen, wo wir noch was verbessern können.“

Und was steckt Evers rein? Das Futter für seine Kühe – Roggen, Maische und Rapsschrot – komme aus der Region: kurze Anfahrt gleich wenig Auspuffgase. Schwierigkeiten bereiteten allerdings die Abgase seiner vierbeinigen Leistungsträgerinnen. Die Methanausstöße in die Luft verringern? „Es gibt Möglichkeiten, das zu reduzieren.“ Das kollidiert aus seiner Sicht aber mit dem Tierwohl. Dazu bräuchte er nämlich einen geschlossenen Stall, um die Luft zu filtern. Seine offenen böten dagegen „Kuh-Komfort“, entließen aber dadurch auch mehr Methan in die Umwelt.

Lässt sich was übers Futter machen? „Wir füttern Hefen. Die aktivieren die Bakterien.“ Das bedeute eine höhere Effizienz des Futters. „Das machen schon viele Betriebe, es könnten aber noch mehr werden.“

Von Dirk Reitmeister

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