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Wesendorf Ein Sprachakrobatiker amüsiert das Publikum
Gifhorn Wesendorf Ein Sprachakrobatiker amüsiert das Publikum
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14:00 29.09.2019
Ist Germanistik heilbar?: Wortakrobat Phillip Scharrenberg ging dieser Frage auf den Grund. Quelle: Cagla Canidar
Wittingen

Den gelungenen Abschluss der Kabarettreihe Heiße Kartoffeln bildete Phillip Scharrenberg in Wittingen mit seinem frischen Programm „Germanistik ist heilbar“.

Das waren die Heißen Kartoffeln 2019

Diese heißen Kartoffeln wurden bereits serviert:

* Holger Dexne präsentiert sich als „Caveman“

* Dr. Dietrich Paul: Was Beethoven mit Mathe zu tun hat

* Heinrich del Core witzelt über den Thermo-Mix

* Amüsanter Abend mit erfrischendem Kabarett mit dem Duo Das Geld liegt auf der Straße, Marie

* Hagen Rether über Flüchtlinge, Klimawandel und Vatikan

* Kabarettistin Liza Kos begeistert Publikum

Germanisten gelten im Allgemeinen als die Gescheiterten der Gesellschaft: Angefüllt mit Wissen, das keiner mehr braucht und niemanden interessiert. Also ein „Nerd“, einer, der „niemals echt richtig dazugehört“. Aber eigentlich geht es gar nicht so sehr um die Germanistik an sich, sondern um das, was sie in diesem Fall aus Phillip Scharrenberg gemacht hat – einen Sprachakrobatiker und Verseschmied, der nicht nur die Klassiker, sondern auch die Gesellschaft in Versen, Songs, Poetry-Slam und Geschichten auf ganz eigene Weise interpretiert. Und gern auch mal den Schluss einer Geschichte nach eigenem Geschmack ändert, geprägt durch Benjamin Blümchen aus der Kindheit. Grandios gelang ihm dabei „Die Ballade von der Made“, frei nach Heinz Erhardt.

Verwechselt niemals Autor und Erzähler

Ob Germanistik heilbar ist – wohl kaum, aber Scharrenberg holte sie aus dem akademischen Olymp herunter auf die unterhaltende Bühne. „Verwechselt niemals Autor und Erzähler!“ – wunderbar erläutert an Scharrenbergs Aufsatz zu Hellmuth Karaseks Betrachtungen zu Reich-Ranickis Interpretationen eines Klassikers.

Überhaupt Bücher: im Digitalzeitalter biete selbst die Bibel zu den Zehn Geboten noch zwei Bonus-Gebote an. „Wir sind rest-analog und leben in einer freakigen Übergangszeit.“ Wer mit einem Buch in der Bahn sitzt, wird misstrauisch beäugt, wenn er nicht darüber streicht oder tippt. Aber die Smartphone-Besitzer von heute werden eines Tages die Alten sein. Der Dialog zwischen „Alda“ und „Dicka“ über ihre Enkel, die aus „geil“ wieder „trefflich“ machen und Bücher lesen, amüsierte das Publikum aufs Feinste.

„Wir sehen uns wieder!“, freute der Künstler sich und hoffte auf rege Fan-Post. „Die schicke ich dann korrigiert zurück.“

Heiße Kartoffeln enden mit positiver Bilanz

„Wir hatten dieses Jahr ausnahmslos tolle Künstlerinnen und Künstler. Alle mit ganz verschiedenen Ansätzen, aber jede und jeder fand ihr beziehungsweise sein Publikum. Ich denke, es war eine gute Mischung. Die Resonanz war sehr gut. Jedenfalls habe ich persönlich keine negativen Rückmeldungen erhalten“, zieht Dr. Elga Eberhardt vom Gifhorner Kulturverein Bilanz für die jüngsten Kabaretttage Heiße Kartoffeln.

Das zeige auch, dass dieses in Niedersachsen (vielleicht sogar bundesweit) einzigartige Projekt eine feste Größe für Publikum und Vereine ist. Die Zusammenarbeit mit den Kulturvereinen vor Ort habe großartig funktioniert. Alle Beteiligte an diesem Projekt arbeiteten ausgezeichnet zusammen. „Das gilt auch für die Sponsoren, denen unser großer Dank gilt.“ Der Zusammenschluss von nun sieben Kulturvereinen bringe Kabarett/Kultur in den ländlichen Raum. „Ich finde es fantastisch, dass mit diesem Projekt die Kulturvereine sich so gemeinsam für die Verbesserung der kulturellen Infrastruktur einsetzen und seit 16 Jahren zur Förderung der regionalen kulturellen Identität beitragen.“

Von Stephanie Dorer

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