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Wesendorf Wie schlampig sind Wartungsarbeiten an Erdölförderstellen?
Gifhorn Wesendorf Wie schlampig sind Wartungsarbeiten an Erdölförderstellen?
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19:38 27.08.2019
Schlamperei an der Erdölförderbohrung? An den Wartungsarbeiten bei Hankensbüttel wird Kritik laut, ExxonMobil weist das zurück. Quelle: privat
Hankensbüttel

Wie sauber laufen Wartungsarbeiten an Erdölförderanlagen im Nordkreis? Bei Hankensbüttel sieht Diplom-Ingenieur Bernd Ebeling viel Schlamperei – ausgerechnet direkt neben der Stelle, wo kürzlich eine Nassölleitung leck schlug. Die beschuldigte Firma ExxonMobil weist das zurück. Eingeschaltet ist inzwischen auch die Bergaufsicht.

Reicht diese Abdichtung? Für Bernd Ebeling sind das lediglich Putzlappen, ExxonMobil spricht von speziellen Vliesen. Quelle: privat

„In die Enden abmontierter Nassölleitungen sind Putzlappen gestopft worden“, berichtet Ebeling von seinen Beobachtungen an der Erdölförderbohrung Hankensbüttel Mitte 8. Der Bauingenieur für Wasserwirtschaft und Kulturtechnik aus dem Wendland ist privaterseits auch im Kreis Gifhorn unterwegs, um sich Erdölbohrstellen anzuschauen. „Korrekterweise wären die Enden mit abdichtenden Flanschen zu verschrauben.“

Was er auch gesehen hat: „Mit Nassöl oder Schmieröl benetzte Arbeitsrohre liegen ohne wasserdichte Wanne über dem Schotter.“ Dieser Erdölplatz sei nicht mit Beton oder Asphalt abgedichtet, austretende Wasser gefährdende Stoffe könnten so ungehindert durch den Schotter in Boden und Grundwasser sickern, meint Ebeling. „Auf meinen Baustellen darf nicht so gearbeitet werden.“

ExxonMobil sieht keine Verstöße

Laut ExxonMobil-Sprecher Klaus Torp läuft auf der Erdölbohrstelle – ein „genehmigter Standardplatz der Ölproduktion aus den 50-er Jahren“ – alles geregelt ab. „Damit eventuelle Resttropfen aus den Rohrenden nicht in den Untergrund gelangen, werden saugfähige Vliese ausgelegt, die speziell für ölhaltige Reste geeignet sind. In Einzelfällen dienen Reinigungstücher als temporärer Verschluss bereits restentleerter Rohre, um zu verhindern, dass Kleingetier hineinkriecht.“

Ebeling kritisiert auch den Einsatz eines alten Lastwagens mit Arbeitswinde. Unter dem seien drei Auffangwannen für leckendes Öl aufgestellt. Das bestätigt Torp, aber das sei eine reine Vorsichtsmaßnahme. „Nur für den Fall, dass es technische Probleme mit der Arbeitswinde geben sollte. Die Wannen sind nachweislich ohne Eintrag.“

Jetzt ermittelt die Bergaufsicht

„Die Bergaufsicht hat am heutigen Tag eine Anzeige erhalten und nimmt dementsprechend Ermittlungen auf“, teilte Björn Völlmar, Sprecher des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), auf AZ-Nachfrage mit. „Dazu gehört auch die Klärung ob tatsächlich Verstöße vorliegen.“ Die Behörde werde „angemessene Untersuchungen zur Ermittlung des Sachverhalts vornehmen“.

Etwa 1500 Plätze der Erdölförderung gibt es laut Völlmar in Niedersachsen. Das Amt kontrolliere sie stichprobenartig, ebenso dort vorgenommene Wartungsarbeiten. Doch das sei nicht alles: „Das LBEG erhält in etwa wöchentlich Anzeigen von Dritten zu Sachverhalten in den zu beaufsichtigenden Betrieben.“ Wie oft die gerechtfertigt seien, dazu konnte Völlmar keine Angaben machen.

Strengere Kontrollen gefordert

Ebeling spricht davon, dass schlampige Arbeiten an diesen sensiblen Stellen gang und gäbe seien. „Ich kenne das aus der Altmark und aus dem Bereich Munster/Soltau.“ Er verlangt von der Aufsichtsbehörde, dort genauer hinzuschauen.

Von Dirk Reitmeister

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