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Wesendorf Die beiden Fischotter-Babys im Otter-Zentrum brauchen noch Namen
Gifhorn Wesendorf

AZ und Aktion Fischotter-Schutz suchen Namen für die beiden Fischotter-Babys in Hankensbüttel

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21:04 17.09.2021
Die Familie: Mama Frieda (oben links), Papa Ecki (unten rechts) und die zwei Mädels.
Die Familie: Mama Frieda (oben links), Papa Ecki (unten rechts) und die zwei Mädels. Quelle: Aktion Fischotter-Schutz
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Hankensbüttel

Kinder brauchen Namen. Das ist bei Tieren nicht anders als bei Menschen. Und deshalb laden das Otter-Zentrum Hankensbüttel und die Aller-Zeitung die AZ-Leser ein, Namen zu suchen für die beiden im Mai im Otter-Zentrum geborenen Fischotter-Weibchen.

Genau am 16. Mai sind die zwei Fähen, wie Otter-Weibchen heißen, zur Welt gekommen. Das ist der erste Otternachwuchs bei der Aktion Fischotterschutz seit drei Jahren. Mama Frieda ist gerade damit beschäftigt, ihre beiden Mädels ans Wasser zu gewöhnen – die Wildkameras im Gehege zeigen nächtliche Ausflüge des Trios. Papa Eckart kümmert sich wie ein typischer Fischotter überhaupt nicht um seinen Nachwuchs – die Aufzucht der beiden ist reine Frauensache.

Scharfe Augen oder eine gute Brille helfen bei der Unterscheidung

Wer genau hinsieht, kann die beiden Otter-Babys übrigens auch unterscheiden. Scharfe Augen oder eine gute Brille können dabei helfen, denn wie es sich für Geschwister gehört, sind die Differenzen minimal. So hat eines der beiden Weibchen einen asymmetrischen weißen Bart – er ist in der Mitte zusammengewachsen und hat nach links weg einen länglichen Ausläufer. Der Bart ihrer Schwester hingegen hat in der Mitte eine kleine Lücke, die weißen Kanten sind links und rechts der Lücke identisch.

Mama Frieda und Papa Ecki haben Nachwuchs: Die beiden Mädels brauchen noch Namen. Quelle: Aktion Fischotterschutz

Mama Frieda kam Ende August 2017 als Findelkind nach Hankensbüttel. Sie war auf Usedom gefunden worden und bmusste im Otter-Zentrum per Handaufzucht aufgepäppelt werden. Dadurch ist die hübsche, dunkle Fähe so sehr an Menschen gewöhnt, dass sie nicht mehr ausgewildert werden konnte – allerdings ist ihr Beschützerinstinkt im Moment so ausgeprägt, dass sie in der Nähe ihrer Mädels zurzeit keine Menschen duldet. Papa Ecki wurde in der Nähe von Verden an der Aller mit einer schweren Beinverletzung gefunden, er kam im Mai 2019 ins Otter-Zentrum. Inzwischen ist alles prima verheilt, und kurioserweise ist auch Ecki ein eher zutraulicher Otter.

Auch Wissenschaftler haben noch viele Fragen zur Lebensweise der Otter

Fischotter sind in freier Wildbahn nur selten zu beobachten, und das nicht nur, weil sie erst in der Dämmerung und bei Nacht richtig aktiv werden. Sie neigen auch zu häufigen Ortswechseln – weshalb sogar Wissenschaftler noch viele Fragen zur Lebensweise der hervorragenden Schwimmer und Taucher haben. Aber ein paar Dinge sind schon bekannt: Fischotter sind Einzelgänger. Männchen und Weibchen tun sich nur zur Paarung zusammen und gehen dann wieder ihrer Wege, wobei das Revier eines Männchens entlang eines Flusslaufs durchaus bis zu 40 Kilometer lang sein. Weibchen begnügen sich mit etwas weniger Fläche.

Namen gesucht: Wie soll das Fischotter-Baby mit dem symmetrischen weißen Bart heißen? Quelle: Aktion Fischotterschutz

In freier Wildbahn werden Fischotter acht bis zehn Jahre alt, in menschlicher Obhut bis zu 16 Jahre. Sie ernähren sich am liebsten von Fischen – was auch die Zuschauer der Schaufütterungen im Otter-Zentrum wissen –, aber auch Nutria, Mäuse, Ratten, Bisamratten, Krebse, Muscheln, Eier, Vögel und Amphibien stehen auf dem Speiseplan. Auch die beiden jungen Damen in Hankensbüttel ergänzen die Muttermilch mittlerweile um feste Nahrung. Als sie beim letzten Tierarztbesuch gewogen wurden, brachten sie schon knapp zwei Kilogramm auf die Waage.

Ein Fischotter hat bis zu 75.000 Haare pro Quadratzentimeter

Das ist gut, denn die Verwandten von Baum- und Steinmardern, Dachs, Iltis, Nerz und Hermelin verbrauchen beim Aufenthalt im Wasser deutlich mehr Energie als der Rest der Familie. Um ihre Körpertemperatur zu bewahren, verbrennen sie täglich etwa ein Kilogramm Nahrung. Ein weiterer Schutz ist das Fell: Ein Fischotter hat bis zu 75 000 Haare pro Quadratzentimeter – der Mensch bringt es gerade mal auf 150 bis 200 –, die wie Klettverschlüsse ineinander greifen und so für eine wärmende Luftschicht im Fell sorgen.

Wer noch mehr über Lebensraum, Besonderheiten und Eigenarten der Fischotter wissen will, kann täglich zwischen 9.30 und 18 Uhr – bis zum 30. Oktober, danach bis 17 Uhr – vorbei kommen. Zurzeit sind keine vorherigen Terminbuchungen erforderlich.

Von Christina Rudert