Westerbeck: Wer hat den Hund Aika vergiftet?
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Sassenburg Hund vergiftet: Wer macht denn so was?
Gifhorn Sassenburg Hund vergiftet: Wer macht denn so was?
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07:00 07.11.2019
Erschüttert: Claudia Denks (v.l.), Carsten, Bianca, Merle und Mandy Lehrke können nicht fassen, dass ihr Husky Aika vergiftet worden ist. Quelle: Ron Niebuhr
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Westerbeck

Die Westerbecker Carsten Lehrke und Claudia Denks sowie Bianca, Merle und Mandy Lehrke verstehen die Welt nicht mehr – ihre Hündin Aika ist gestorben, und alles spricht dafür, dass sie vergiftet worden ist! „Wer macht so etwas bloß? Und vor allem warum?“, können sie es nicht fassen, dass jemand Aika nicht wohl gesonnen war.

Sie mochte sogar Postboten

Aika war, da sind sich die fünf Westerbecker einig, der „liebste Hund auf der Welt“, eine herzensgute Seele, so friedfertig und ausgeglichen, so verschmust und kuschelig. Übrigens nicht nur mit der Familie: „Sie mochte jeden, und alle mochten sie“, erzählt Carsten Lehrke. Sogar die Postboten! Für die war es eine willkommene Abwechslung, dass sie ein Hund mal nicht bellend oder gar knurrend in Empfang nahm. „Bellen und Beißen waren ihr völlig fremd. Manchmal habe ich daran gezweifelt, dass sie wirklich ein Hund ist“, schwärmt Carsten Lehrke noch immer von Aikas gutmütigem Wesen.

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Ein echter Schoßhund

„Aika wollte mit allen immer nur kuscheln“, sagen Merle und Mandy. „Dabei war ihr nie wirklich klar, dass sie eigentlich kein Schoßhund war“, erinnern sich beide mit einem Schmunzeln, wie sich Aika auch als ausgewachsene zehnjährige Husky-Dame gern wie selbstverständlich auf ihnen zum Schlafen legte. Und ans zähe Ringen selbst bei simplen Kommandos wie „Sitz!“ und „Platz!“. „Aika wollte alles erstmal mit uns ausdiskutieren. So einen Hund habe ich noch nie erlebt“, erzählt Carsten Lehrke. Und was konnte sie eifersüchtig sein: „Man durfte ja keinen anderen Hund streicheln“, sagt Merle. Carsten Lehrke und Claudia Denks sowie Bianca, Merle und Mandy Lehrke haben abwechselnd für Aika gesorgt. „Sie war unser Time-Sharing-Hund“, sagen sie. Auch damit kam die Hündin prima klar. Je mehr Herrchen und Frauchen zum Kuscheln umso besser – ein glückliches Hundeleben.

Hündin wurde immer schlapper

Das änderte sich schlagartig in der Nacht vom 19. auf 20. Oktober, wohl irgendwann zwischen 21 und 2 Uhr. Erst hat sich Aika übergeben. Das allein wäre kein Grund zur Sorge gewesen. Das macht jeder Hund mal. Aber Aika wirkte immer schlapper. „Wir sind daher mit ihr zum Tierarzt gefahren“, berichtet Claudia Denks. Die Notdienst habende Tierärztin „hat sofort erkannt, dass Aika vergiftet worden sein muss. Sie hat alles versucht. Sie war wirklich top“, betont Denks. Weiter in die Tierklinik nach Braunschweig. Den Verdacht auf Vergiftung bestätigten die dortigen Ärzte, aber auch sie konnten nichts mehr für die reinrassige Sibirische Husky-Dame tun. „Sie war einfach schon zu schwach. Um 20.30 Uhr ist sie gestorben“, berichtet Denks. Die Organe versagten, die Lunge lief voll Wasser. „Welche Qualen sie erlitten hat, mag man sich nicht vorstellen. So einen Tod wünscht man niemand“, sagen die fünf Westerbecker.

Etwas aufs Grundstück geworfen

Womit Aika letztlich vergiftet wurde, blieb unklar. Wenn sie geahnt hätten, dass sie vergiftet worden ist, hätten sie das Erbrochene natürlich genau angeschaut. „Aber mit so etwas rechnet doch keiner“, sind Claudia Denks und Carsten Lehrke noch immer erschüttert. Ihr Verdacht ist, dass irgend jemand irgend etwas aufs Grundstück geworfen hat. „Was es auch war, es muss ziemlich lecker gerochen haben. Sonst hätte Aika es nie gefressen“, sind sich Merle und Mandy sicher. Beim Gassi gehen sei man ja dagegen gewappnet und passe auf. Aber auf dem eigenen Grundstück? „Davor schützt dich kein noch so hoher Zaun“, sagt Carsten Lehrke.

Quälende Frage nach dem Warum

Was bleibt, ist die quälende Frage nach dem Warum. Warum musste die zehnjährige Husky-Dame sterben? Aika, die keiner Fliege was zu Leide tun konnte. Das Schlimmste sei, dass in Westerbeck womöglich „irgend so ein kranker Kopf rumläuft und Hunde vergiftet“, ärgert sich Carsten Lehrke. Davor möchten Aikas Herrchen und ihre vier Frauchen alle Hundehalter im Dorf und der Umgebung eindringlich warnen. Die Lücke, die Aikas Tod so plötzlich hinterlässt, ist riesig. „Klar, irgendwann wäre der Tag gekommen, da hätte man sich drauf einstellen können“, sagt Carsten Lehrke. So aber wurde Aika den fünf Westerbeckern von jetzt auf gleich genommen.

Von Ron Niebuhr