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Sassenburg Karlolack findet keinen Nachfolger – und schließt nach 32 Jahren
Gifhorn Sassenburg Karlolack findet keinen Nachfolger – und schließt nach 32 Jahren
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00:21 18.05.2019
Ende nach 32 Jahren: Erika und Karl-Otto Lüder schließen ihr Unternehmen Karlolack in Triangel. Quelle: Thorsten Behrens
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Triangel

Tochter Stephanie wird nicht übernehmen – aus familären Gründen, so Erika Lüder. Auch sonst gebe es keine geeigneten Interessenten. „Seit fünf Jahren suchen wir einen weiteren Karosseriebauer zur Entlastung unseres Karosseriebaumeisters und Werkstattleiters – ohne Erfolg.“ Auch Gespräche mit anderen Betrieben wegen einer Kooperation sowie mit der Handwerkskammer hätten nichts gebracht. „Das zeigt deutlich den Fachkräftemangel auf“, erzählt die Firmenchefin.

Keine geeigneten Bewerber

Man selbst habe aber auch schon seit längerem nicht mehr ausgebildet – da es keine geeigneten Bewerber gegeben habe. Dass Fachkräftemangel herrsche, sehe man auch daran, dass bis auf einen Mitarbeiter alle anderen bereits neue Arbeitsplätze gefunden haben, so Lüder. Mit dem Inhaberehepaar waren in dem Familienbetrieb insgesamt neun Menschen beschäftigt.

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Der Betrieb soll mittelfristig verpachtet werden. Doch vorher gibt es noch viel Arbeit, um alles abzuwickeln, beispielsweise muss die Fahrzeugflotte aufgelöst werden. Diese Abwicklung lässt auch Erinnerungen an die vergangenen 32 Jahre aufkommen.

Bausteine des Firmenerfolges

„Ein Höhepunkt war mit Sicherheit die Restauration der Molli-Bahn, mit der früher Touren durch Gifhorn angeboten wurden.“ Aber auch die Bearbeitung von Prototypen für VW – „mit super Ergebnissen“ – und die Individual-Lackierung von Schuberth-Helmen waren wichtige Bausteine des Unternehmenserfolges.

„Es tut schon weh. Das müssen wir erst einmal emotional verarbeiten. Wir werden daher erst einmal Urlaub mit unserem Wohnmobil machen“, sagt Erika Lüder. Und danach will Inhaber Karl-Otto Lüder sich weiter seinem Hobby widmen – der Restauration von Oldtimern. „Und ich werde wieder Zeit für Sport und Garten haben“, freut sich seine Frau.

Von Thorsten Behrens